Warken will Long-Covid-Betreuung für Jugendliche ausweiten
Long-Covid trifft junge Patienten besonders hart. Ein breiteres Versorgungsnetz soll Familien entlasten und die Behandlung verbessern.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU/M) hat das Projektteam besucht, das am Dresdner Universitätsklinikum Kinder und Jugendliche mit Long-Covid und ähnlichen Erkrankungen betreut.Robert Michael/dpa
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Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will für die Betreuung für Kinder und Jugendliche mit Long-Covid und ähnlichen Erkrankungen ein breites Netz schaffen. In Deutschland gebe es etwa 1,5 Millionen davon betroffene Menschen, sagte sie bei einem Besuch des Universitätsklinikums Dresden. „Das ist für die Familien, für die Betroffenen sehr, sehr schwierig, besonders wenn Kinder und Jugendliche betroffen sind.“
Bundesweites Projekt will Behandlung verbessern
Das Dresdner Universitätsklinikum beteiligt sich an dem bundesweiten Projekt „PEDNET-LC“, einem Zusammenschluss aus 65 Kliniken und Forschungsinstituten, das sich auf die Verbesserung der Diagnostik und Behandlungsansätze für Kinder und Jugendliche mit Long-Covid und ähnlichen Erkrankungen konzentriert.
Im Mittelpunkt des Projekts stehen 20 interdisziplinäre Versorgungszentren, eines davon in Dresden. Seit Anfang 2025 betreuen dort Teams aus Ärzten, Psychologen, Sozialpädagogen und Pflegekräften die jungen Patienten, die zum Großteil zwischen 12 und 18 Jahren alt sind. Auch Betroffene mit Beschwerden nach Impfungen oder mit ME/CFS, unabhängig vom Auslöser, werden behandelt.
Warken sieht „Hausaufgaben“
Mit dem Ansatz, Familien, Kinder und Jugendliche nicht nur medizinisch, sondern auch in ihrem konkreten Lebensumfeld zu unterstützen, müsse man ein breites Netz spannen, das bestenfalls auch niedergelassene Ärzte erreiche, sagte Warken. „Da gibt es sicherlich noch Hausaufgaben.“ Man müsse mehr in die Fläche kommen, weitere Möglichkeiten zur Nutzung vorhandener Medikamente außerhalb des zugelassenen Anwendungsgebiets schaffen und die Forschung weiter vorantreiben.
Flächendeckende Versorgung in Sachsen beschlossen
In Sachsen habe man gerade eine flächendeckende Versorgung sowohl für die rund 300 betroffenen Kinder und Jugendliche als auch für erwachsene Patienten beschlossen, ergänzte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD). Man wolle damit die Bedingungen für einen besseren Gesundheitszustand oder sogar eine Genesung schaffen. Dabei geht es laut Köpping etwa um die Beschulung der Kinder, Besuchsmöglichkeiten und therapeutische Angebote vor Ort.
Das Bundesgesundheitsministerium fördert das Projekt bis Ende 2028 mit rund 41 Millionen Euro. Für den Standort Dresden als stellvertretender Projektleitung und Koordinationsstelle der Versorgungszentren sind rund 5,6 Millionen Euro vorgesehen. Neben dem Universitätsklinikum beteiligen sich auch das Institut für medizinische Informatik und die Biobank Dresden, die ebenfalls Teil der TU Dresden sind.