dpa

Volleys brauchen Emotionen: „Nicht am Schachbrett gewinnen“

Es geht um alles oder nichts: Schaffen die BR Volleys den Finaleinzug oder wird die Saison endgültig zur Enttäuschung? Eine Personalentscheidung kommt zum vielleicht ungünstigsten Zeitpunkt.

Von dpa

24.04.2026

Niroomand hat eine klare Forderung an das Team. (Archivbild)Andreas Gora/dpa

Niroomand hat eine klare Forderung an das Team. (Archivbild)Andreas Gora/dpa

© Andreas Gora/dpa

Mehr als 4.000 Fans in der Max-Schmeling-Halle, der große Rivale zu Gast im entscheidenden Spiel und ein neuer Cheftrainer: Die Serienmeister der BR Volleys müssen nach ihrem Patzer in Friedrichshafen dafür sportlich und mental auf das richtige Level kommen.

„Ich erwarte, dass unsere Mannschaft eine entsprechende Antwort gibt“, sagte Geschäftsführer Kaweh Niroomand vor dem dritten und letzten Spiel in der Halbfinalserie am Sonntag (17.00 Uhr/Dyn) in Berlin. Dabei muss der Titelverteidiger auch einen plötzlichen Wechsel an der Seitenlinie verkraften.

„Aus dringenden familiären Gründen“ trat der bisherige Headcoach Alexandre Leal, auch erst seit Januar im Amt, am Donnerstag zurück. Für ihn übernimmt der bisherige Assistent Markus Steuerwald. „Es ist eine besondere Situation und mehr Verantwortung, aber um mich geht es jetzt als allerletztes“, sagte Steuerwald. „Wir haben Spieler, die solche Drucksituationen schon häufig erlebt und auch gemeistert haben. Wir werden sie am Sonntag auf dem Court brauchen.“

Niroomand: „Das darf so nicht passieren“

Niroomand befand, sein Team müsse genauso emotional sein wie die Friedrichshafener, die sich von ihrem Heimpublikum anstecken ließen. „Ohne Emotion und ohne Leidenschaft wird das nicht gehen. Am Schachbrett ist das Spiel nicht zu gewinnen.“

In der für Gegner unangenehmen Spacetech Arena des VfB hatten die Berliner am vergangenen Wochenende den vorzeitigen Einzug ins Finale verspielt, obwohl sie gerade im ersten Satz „fast die beste Saisonleistung“ gezeigt hatten, wie Niroomand befand. Doch nach einer starken Aufschlagserie des Gegners gingen Sicherheit und Selbstverständnis verloren und dadurch auch das Spiel im Tie-Break. „Das darf so nicht passieren“, sagte Niroomand.

Endet eine Volleys-Ära?

Auch Mittelblocker Florian Krage-Brewitz ärgerte sich, hat aber eine Hoffnung. „Mein Gefühl sagt mir, dass uns das eher guttun kann, dass wir jetzt ein Spiel haben, wo es wirklich darauf ankommt, wo wir eben jetzt um unser Überleben in der Volleyball-Saison kämpfen müssen“, befand der 29-Jährige.

Mittelblocker Krage-Brewitz (l) ärgerte sich über die vergebenen Chancen in Friedrichshafen. (Archivbild)Andreas Gora/dpa

Mittelblocker Krage-Brewitz (l) ärgerte sich über die vergebenen Chancen in Friedrichshafen. (Archivbild)Andreas Gora/dpa

© Andreas Gora/dpa

Ein Ausscheiden wäre eine Zäsur und würde die Saison endgültig zur Enttäuschung machen, nachdem die Berliner schon im Pokal und der Champions League ihre Ziele verfehlt hatten. Neunmal in Folge sind die Volleys Meister geworden, seit 2010 haben sie das Finale um die Meisterschaft nicht mehr verpasst.

Und die Häfler haben in dieser Saison schon gezeigt, dass sie auch in Berlin gewinnen können. Zum Liga-Auftakt gab es für den Hauptstadtclub ein glattes 0:3, der ein Omen für schwierige Monate wurde. Jetzt könnte die Spielzeit in der gleichen Konstellation enden. 

„Wir wissen, was da auf uns zukommt. Wir wissen, dass die in der Lage sind, sich sehr gut auf uns einzustellen“, sagte Krage-Brewitz. „Und da sollte dann jeder mit einer großen Ernsthaftigkeit an die Sache rangehen.“ Im Finale wartet der Hauptrunden-Erste aus Lüneburg.

Karte