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Urteil gegen mutmaßliche NSU-Unterstützerin erwartet

Im Prozess gegen Susann E. fällt das Urteil. War die 45-Jährige in die Taten der rechten Terrorzelle NSU eingeweiht? Die Bundesanwaltschaft fordert vier Jahre Haft, die Verteidigung einen Freispruch.

Von dpa

16.07.2026

Susann E. ist unter anderem wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung angeklagt. (Archivbild) Sebastian Kahnert/dpa

Susann E. ist unter anderem wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung angeklagt. (Archivbild) Sebastian Kahnert/dpa

© Sebastian Kahnert/dpa

Im Prozess gegen die mutmaßliche NSU-Unterstützerin Susann E. wird am Freitag (10.00 Uhr) das Urteil erwartet. Vor dem Oberlandesgericht Dresden (OLG) geht dann das gut acht Monate lange Staatsschutzverfahren gegen die 45-Jährige zu Ende. Susann E. ist die Ehefrau des bereits verurteilten NSU-Unterstützers André E. und mutmaßlich eine enge Freundin der Rechtsterroristin Beate Zschäpe. 

Die 45-Jährige ist wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung und Beihilfe zu einer schweren räuberischen Erpressung mit Waffen angeklagt. Die Bundesanwaltschaft wirft ihr vor, Zschäpe ihren Personalausweis und ihre Krankenkassenkarte überlassen zu haben. Sie soll auch bei der Anmietung eines Wohnmobils geholfen haben, das der NSU 2011 bei seinem letzten Raubüberfall nutzte. 

Wusste Susann E. von den Morden des NSU?

Eine zentrale Frage bei der Beweisaufnahme im Prozess war, ob Susann E. von den rassistischen Morden des NSU wusste. Davon geht die Bundesanwaltschaft aus, sie forderte in ihrem Plädoyer vier Jahre Haft für die Angeklagte. 

Die Verteidigung plädierte hingegen auf Freispruch, weil es in der Verhandlung keinen Hinweis auf einen „Wissenstransfer“ gegeben habe. Die Angeklagte hatte sich im Prozess nicht selbst zu den Vorwürfen geäußert.

NSU verübte Morde in ganz Deutschland

Die Neonazi-Terrorzelle NSU bestand aus Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos. Ab dem Jahr 2000 verübte das Trio jahrelang unerkannt zehn Morde in ganz Deutschland. Die Opfer waren neun Gewerbetreibende türkischer und griechischer Herkunft sowie eine deutsche Polizistin. Dutzende Menschen wurden zudem bei zwei Bombenanschlägen des NSU in Köln verletzt. Das Leben im Untergrund finanzierte sich das Trio mit Banküberfällen.

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