dpa

Urkundenfälschung? Ermittlungen gegen Bundestagsabgeordneten

Gegen einen Bundestagsabgeordneten laufen Ermittlungen wegen Verdachts der Urkundenfälschung. Es geht um eine falsche Zugangskarte. Alles nur ein Missverständnis wegen eines Internetvideos?

Von dpa

26.08.2026

Das Büro des Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak sagt, der falsche Bundestagsausweis sei eine Requisite für ein Internetvideo gewesen. (Archivbild)Bernd von Jutrczenka/dpa

Das Büro des Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak sagt, der falsche Bundestagsausweis sei eine Requisite für ein Internetvideo gewesen. (Archivbild)Bernd von Jutrczenka/dpa

© Bernd von Jutrczenka/dpa

Wegen einer falschen Zugangskarte für den Bundestag ermittelt die Berliner Staatsanwaltschaft gegen den Linken-Abgeordneten Ferat Koçak. Das bestätigte das Büro des Politikers auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Zunächst hatte die „B.Z.“ berichtet. Ermittelt wird wegen des Anfangsverdachts der Urkundenfälschung gegen einen 47 Jahre alten Bundestagsabgeordneten, wie die Berliner Staatsanwaltschaft mitteilte, ohne den Namen des Abgeordneten zu nennen. Weitere Auskünfte machte die Behörde nicht. 

Koçak habe unter dem Motto Rollentausch ein Social-Media-Video mit einem Kioskbesitzer gedreht, teilte sein Abgeordnetenbüro mit. „Um diesen Rollentausch auch bildlich festzuhalten, überreichte der Kioskbesitzer MdB Koçak ein Namensschild mit dem Logo seines Kiosks. Im Gegenzug erhielt der Kioskbesitzer symbolisch eine vom Büro Koçak gebastelte Requisite „Bundestagsausweis“ in grüner Farbe, der ausdrücklich nicht dem offiziellen Bundestagsausweis ähnelt“, hieß es. 

Dieser sei beim Einlass in den Bundestag gesehen worden. „Aus diesem Umstand entstand offenbar der nun erhobene Vorwurf“, teilte das Büro mit. Der Kioskbesitzer sei für den Besuch des Bundestags ordnungsgemäß angemeldet gewesen und habe den Bundestag regulär unter Vorlage seines amtlichen Ausweisdokuments betreten. 

Auf Koçaks Youtube-Kanal ist das Video von April abrufbar, das den Rollentausch mit einem Neuköllner Kioskbesitzer zeigt.