Uni-Präsidentin zu Cottbuser Angriffen: „Macht mich wütend“
Ein mutmaßlich rechter Brandanschlag sorgt für Verunsicherung vorm CSD. Die Präsidentin der BTU findet klare Worte.
Nach dem vermutlich rechtsextremen Brandanschlag hatte es eine Mahnwache vor dem Wohnprojekt gegeben. (Archivbild)Frank Hammerschmidt/dpa
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Mit klaren Worten hat die Präsidentin der Cottbuser Universität die mutmaßlich rechtsextremen Angriffe in der Stadt verurteilt. „Das erschüttert mich, und es macht mich wütend“, sagte Gesine Grande, Präsidentin der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU), der Deutschen Presse-Agentur. „Gewalt und Einschüchterung dürfen in unserer Stadt keinen Platz haben.“
Die Universität - mit über 45 Prozent internationalen Studierenden - stehe für Vielfalt, Respekt und ein wertschätzendes Miteinander und verurteile jede Form von Gewalt und Diskriminierung aufs Schärfste, so die Präsidentin.
BTU-Präsidentin: „Solche Taten bleiben nicht ohne Folgen“
„Wir solidarisieren uns ausdrücklich mit den Betroffenen und allen in Cottbus, die sich für eine offene, diskriminierungsfreie Stadt einsetzen“, sagte Grande weiter und äußerte Sorge für das Ansehen von Cottbus. „Solche Taten bleiben nicht ohne Folgen. Sie können das Bild unserer Stadt und Region beeinträchtigen und damit auch Menschen verunsichern, die überlegen, hier zu studieren oder zu forschen.“ Die BTU bleibe ein Zuhause für alle Menschen, so die Präsidentin: „Dafür setzen wir uns mit aller Kraft ein.“
Nach einem mutmaßlichen Brandanschlag auf das alternative Wohnprojekt „Zelle 79“ in Cottbus ermitteln Staatsschutz und Mordkommission wegen des Verdachts des versuchten Mordes. Die Polizei geht von zwei Tätern aus dem rechtsextremistischen Spektrum aus. Zudem prüfen die Ermittler eine versuchte Brandstiftung an einem Club. Der Staatsschutz ermittelt auch, weil wenig später eine Scheibe an einem Grünen-Büro zerstört wurde.
Verunsicherung und Zuspruch vor dem Christopher Street Day
Auch bei der queeren Community in Cottbus verursachen die Angriffe im Vorfeld des Christopher Street Day (CSD) am kommenden Wochenende Besorgnis. „Ja, das verunsichert“, sagte CSD-Vorstandsmitglied Christian Müller der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings sei auch viel Zuspruch und Solidarität zu erleben.
Im vergangenen Oktober feierte Cottbus bereits unter erhöhtem Polizeischutz den CSD. Es kam zu Protesten aus der rechtsextremen Szene. „Wir sind vorbereitet auf Gegenaktivitäten und mit der Polizei im Gespräch“, sagte Müller vom CSD Cottbus. Im vergangenen Jahr kam es vor dem CSD auch zu einem Brand vor dem Veranstaltungsort „Regenbogenkombinat“. Regenbogenfahnen wurden beschädigt.
CSD-Verein: Queere Menschen zeigen sich kaum offen
Die Organisatoren rechnen in diesem Jahr mit 500 Teilnehmern bei der CSD-Demonstration. Sollte eine Störaktion geplant sein, könnten es auch schnell mehr werden, meinte Müller.
Er schilderte, die Stimmung unter queeren Menschen in Cottbus sei im Alltag seit langem von Unsicherheit geprägt. Sichtbar queere Menschen gebe es im Stadtbild aus Angst vor Anfeindungen und Gewalt nur wenige. „Wenn du als queer wahrgenommen wirst, ist die Gefahr groß. Die, die sich zeigen, kann man an drei Fingern abzählen“, schilderte Müller. Viele überlegten sich genau, wie sie auftreten würden - selbst kleine Regenbogen-Accessoires am Rucksack würden lieber weggelassen.
So sah es im vergangenen Herbst bei der Demonstration zum 17. Christopher Street Day in Cottbus aus. (Archivbild)Frank Hammerschmidt/dpa
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