Treffen auf Sylt: Ministerpräsident und DB-Chefin erwartet
Der Bahndamm nach Sylt gilt als Lebensader für die Insel - aber auch als Nadelöhr. Bei einem Treffen in Westerland geht es um Pünktlichkeit und zwei durchgehende Gleise auf der ruckelnden Marschbahn.
Auf der Marschbahn-Strecke nach Sylt gibt es trotz zahlreicher Maßnahmen der Bahn seit Jahren gravierende Probleme. (Archivbild)picture alliance / Carsten Rehder/dpa
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Die Verlässlichkeit der Marschbahn nach Sylt steht am Dienstag (9.00 Uhr) im Fokus eines Treffens in Westerland. Es geht um mehr Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit der Züge, aber auch um den zweigleisigen Ausbau der Strecke. Zu dem nicht öffentlichen Treffen werden unter anderem Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und DB-Chefin Evelyn Palla auf der Nordseeinsel erwartet.
„Die Bahn war mal für die Insel da - aber mittlerweile muss sich die Insel nach dem Bahn-Fahrplan richten“, sagte Achim Bonnichsen von der Pendlerinitative der Deutschen Presse-Agentur vor dem Treffen. Mehr Pünktlichkeit, bessere Information und mehr Transparenz für Pendlerinnen und Pendler bei Verspätungen und Zugausfälle sind daher Dauerthemen.
Die Unzuverlässigkeit der Bahn führe zu massiven Komplikationen bei Pendlern, die zehn bis zwölf Stunde arbeiteten und dann in überfüllten Zügen nach Hause auf das Festland fahren müssten, oft nach langen Wartezeiten am Bahnsteig, sagte Bonnichsen. Termine am Wohnort könnten oft nicht eingehalten werden und familiäre Verpflichtungen litten, machte er deutlich.
Initiative: Pendlerinnen und Pendler werden krank
„Einige macht diese eingeschränkte Freiheit krank.“ Viele Betroffene suchten sich dann einen Job auf dem Festland - der ohnehin schon massive Personalmangel auf Sylt verschärfe sich dadurch.
Die Reisenden müssten verlässlich wissen, wie lange eine Verspätung dauere - mit Lautsprecherdurchsagen, auf Anzeigen am Bahnsteig und in der App. „Die Info muss schneller kommen und zutreffend sein. Wir fühlen uns als Pendler abgehängt.“ Bonnichsen hofft, dass bei dem Termin Perspektiven zu einigen der Themen formuliert werden - auch zum zweigleisigen Ausbau der Strecke.
Marschbahn-Treffen auf Sylt ist neu
Hintergrund des Treffens sei die „nach wie vor nicht zufriedenstellenden Lage auf der Marschbahn zwischen Hamburg, Niebüll und Westerland“, hieß es vorab in einer Pressemitteilung.
Eingeladen zu dem Treffen mit rund 60 Teilnehmern hatten das Land Schleswig-Holstein und die Deutsche Bahn, teilte ein Sprecher des Verkehrsministeriums der dpa mit.
Erwartet werden unter anderen auch Philipp Nagl, Chef der Infrastruktur-Gesellschaft DB InfraGo, weitere DB-Vertreter und Vertreter anderer Verkehrsunternehmen, zudem Bundesverkehrs-Staatssekretär Stefan Schnorr, Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU), Mitglieder der Sylter Pendlerinitiative, die Vizepräsidentin der Bundesnetzagentur sowie Bundes- und Landtagsabgeordnete.