Tiger aus Sachsen machen erste Schritte in Spanien
Nach dem dramatischen Ausbruch in Schkeuditz erforschen die Tiger jetzt in Spanien vorsichtig ihr neues Revier. An all die neuen Reize und Gerüche müssen sie sich erst gewöhnen.
Tiger aus Sachsen haben erste Schritte in Spanien gemacht. (Archivbild)Handout / Berlin/Animal Advocacy and Protection/dpa
© Handout / Berlin/Animal Advocacy and Protection/dpa
Die sechs Tiger aus der Privathaltung einer ehemaligen Zirkusartistin in Schkeuditz (Kreis Nordsachsen) haben in ihrer neuen Heimat in Südspanien erstmals das Außengehege erforscht. „Unter genauer Beobachtung erkundeten die vorsichtigen Raubkatzen Schritt für Schritt ihr neues Revier“, sagte Patrick Müller, Pressesprecher der niederländischen Tierschutzorganisation „Animal Advocacy and Protection“ (AAP).
Tiger war aus Gehege ausgebrochen - Attackierter Pfleger gestorben
Am 17. Mai war bei einem Tigerausbruch in der privaten Anlage ein Pfleger schwer verletzt worden. Der 72-Jährige starb zwei Monate später in einem Krankenhaus. Das entlaufene Tier war von der Polizei erschossen worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Besitzerin der Tiger wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung durch Unterlassung.
Nach wochenlangen Diskussionen wurden sechs Tiere in eine Auffangstation nach Spanien gebracht, weil das Areal nach Auffassung des zuständigen Landratsamtes Nordsachsen für die Anzahl der Tiger zu klein war. In der AAP-Auffangstation „Primadomus“ im Hinterland der Provinz Alicante befinden sich nach Angaben der Organisation aktuell bereits 40 Großkatzen. Die meisten davon würden aus Privathaltungen und Zirkusauflösungen stammen.
Tiger werden vorsichtig an neue Umgebung herangeführt - Pool lockt
In der Auffangstation mussten die sechs Tiger zunächst wochenlang in Quarantäne. Nun haben sie die ersten Schritte in einem kleinen Übergangsgehege gemacht. „Da Großkatzen sehr vorsichtige Tiere sind, ermöglicht ihnen dieser Zwischenschritt, sich im eigenen Tempo und ohne Überforderung an neue Reize, Gerüche und Elemente wie Naturboden oder einen Pool zu gewöhnen“, erläuterte Müller weiter. Sobald sie ausreichend Vertrauen in ihre neue Umgebung gewonnen hätten, würden sie in die endgültige Großanlage umziehen.