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Opfer des CSD-Anschlags: „Ich dachte, ich werde da sterben“

Bei dem islamistischen CSD-Anschlag stirbt im Juli eine Frau. Zahlreiche Menschen werden verletzt. Sebastian S. und Luise D. schildern, wie sie lebensgefährliche Verletzungen erlitten.

Von dpa

27.08.2026

Zwei Opfer sprechen erstmals öffentlich über ihr Erleben des islamistischen Anschlags auf den CSD in Berlin. (Archivbild)Andreas Rabenstein/dpa

Zwei Opfer sprechen erstmals öffentlich über ihr Erleben des islamistischen Anschlags auf den CSD in Berlin. (Archivbild)Andreas Rabenstein/dpa

© Andreas Rabenstein/dpa

Einen Monat nach dem islamistischen Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin haben zwei lebensgefährlich verletzte Opfer zum ersten Mal öffentlich über die Tat gesprochen. Sebastian S. und seine Freundin Luise D. gehörten zu einer Gruppe von etwa 14 Freunden, die am Abend des 25. Juli im Tiergarten von dem Attentäter mit einer Machete angegriffen wurde. Nach ihren Schilderungen in der Zeitung „Die Welt“ und im Podcast based sprang der Angreifer aus einem Gebüsch und stürzte auf die Gruppe zu. 

Der Mann habe einen Freund und dann Luise D. angegriffen, berichtet Sebastian S. Er habe versucht, den Täter abzuwehren. „Ich habe den so geschubst, aber leider nicht kräftig genug, so dass der mich mit einem kräftigen und einem kleineren Hieb mit der Machete bedacht hat.“

Rippen und Lunge schwer verletzt

Der Angreifer zertrümmerte Sebastian S. demnach mehrere Rippen und verletzte seine Lunge so stark, dass sie nach außen trat. „Ich dachte wirklich, ich werde da sterben. Das Blut floss aus mir raus, meine Lunge quoll heraus und ich bin dann da zusammengebrochen auf die Knie“, berichtete der 47-Jährige. 

Eine junge Frau leistete Erste Hilfe und legte ihm einen Druckverband an. Auch ein Polizist und ein Sanitäter halfen ihm. Im Krankenhaus wurde Sebastian S. nach eigenen Angaben fünfeinhalb Stunden operiert und sei zwischenzeitlich klinisch tot gewesen. Ein Lungenlappen musste ihm entfernt werden. Demnächst soll er eine Rehaklinik besuchen. Auch Alpträume verfolgten ihn noch. 

Stunden in Lebensgefahr

Auch Luise D. wurde mehrfach am Oberkörper getroffen, sie verlor das Bewusstsein und schwebte bis in die frühen Morgenstunden in Lebensgefahr. Sebastian S. berichtete, dass weitere Mitglieder seiner Gruppe den Attentäter angegriffen und versucht hätten, ihn zu stoppen: „Mit Flaschen, mit Tritten, mit Schlägen.“

Beide merkten an, dass über diesen brutalen Machetenangriff kaum gesprochen werde und dass dieser Teil der Tat sei bislang wenig öffentlich bekannt sei. „Mein Attentat hat bis jetzt gar nicht stattgefunden. Ich hätte sterben können, hätte behindert sein können, ich hätte entstellt sein können“, sagte Luise D. 

Opfer: Über Angriff mit Machete wird kaum gesprochen

Auch bei einer Veranstaltung mit Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner (CDU) am 24. August sei vor allem über den Angriff mit einem Auto gesprochen worden. „Von der Machete kein Wort“, sagte Sebastian S. 

Ob der später erschossene Gefährder und Islamist Abdul B. auch für die Machetenattacke verantwortlich war, ist aus Sicht der Opfer nicht abschließend geklärt. Luise D. ist überzeugt, dass der Angreifer kleiner war als der zunächst als 1,90 bis 1,95 Meter groß beschriebene Abdul B. Auf einem Foto identifizierte Sebastian S. dagegen B.: „Das LKA hatte mir im Krankenhaus verschiedene Mugshots gezeigt. Und da hatte ich dann auch auf den gezeigt.“

Waffe bislang nicht gefunden

Bislang wurde eine Machete nicht gefunden. Mehrfach hatten Polizisten im Tiergarten und auch in der Spree gesucht. B. war von einem Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei in einer Kleingartenanlage in Spandau aufgespürt und erschossen worden.

Die Opfer kritisierten im Gespräch mit der „Welt“ und dem Podcast based, von Polizei und Staatsanwaltschaft keine Auskünfte zu erhalten. „Sie wollen immer nur Informationen von uns haben. Wir kriegen von denen gar keine Informationen“, sagte Luise D.