dpa

Thüringen plant neues Landesinstitut für Lehrerbildung

Thüringen bündelt die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften. Was will Bildungsminister Tischner mit der Reform erreichen?

Von dpa

25.08.2026

Mit einem neuen Landesinstitut für Lehrkräftebildung und Schulqualität will Tischner die Ausbildung und Fortbildung von Lehrkräften neu ordnen. Bodo Schackow/dpa

Mit einem neuen Landesinstitut für Lehrkräftebildung und Schulqualität will Tischner die Ausbildung und Fortbildung von Lehrkräften neu ordnen. Bodo Schackow/dpa

© Bodo Schackow/dpa

Thüringen ordnet die Bildung für Lehrer neu. Das Kabinett brachte dazu die Gründung eines Landesinstituts für Lehrkräftebildung und Schulqualität auf den Weg, wie Bildungsminister Christian Tischner (CDU) informierte. Dafür sollen das Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien und die staatlichen Studienseminare zusammengeführt werden. Ziel sei es, die Ausbildung angehender Lehrkräfte, den Berufseinstieg sowie die spätere Fort- und Weiterbildung enger miteinander zu verzahnen.

„Gute Schule beginnt bei gut ausgebildeten und gut unterstützten Lehrkräften“, sagte Tischner. Die Lehrerbildung sei von der Ausbildung über den Berufseinstieg bis zur Fort- und Weiterbildung ein kontinuierlicher Prozess. Mit dem neuen Institut solle dem organisatorisch besser Rechnung getragen werden.

Derzeit seien die Übergänge zwischen Aus- und Fortbildung sowie zwischen Lehrplanentwicklung und Unterstützung der Schulen nicht eng genug. „Unser Ziel ist deshalb größer als eine Behördenreform.“ Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie wissenschaftlich fundierte Qualitätsentwicklung sollten stärker miteinander verbunden werden, damit am Ende vor allem eines besser werde: der Unterricht für die Schüler. 

Neue Stabsstelle soll Daten für Bildungspolitik liefern

Zugleich kündigte Tischner mit dem Thüringer Institut für Bildungsmonitoring eine schlanke Stabsstelle im Ministerium für die wissenschaftliche Grundlage bildungspolitischer Entscheidungen an. Das Landesinstitut für Lehrkräftebildung und Schulqualität solle Schulen unterstützen, qualifizieren und Unterrichtsentwicklung begleiten. Das Institut für Bildungsmonitoring werde dagegen Daten auswerten, Entwicklungen analysieren und wissenschaftlich belastbare Entscheidungsgrundlagen für Bildungspolitik schaffen, erläuterte Tischner.

Bildungsstaatssekretär Bernd Uwe Althaus sagte, Thüringen sei das einzige ostdeutsche Bundesland mit einer Doppelstruktur bei Ausbildung sowie Fort- und Weiterbildung. Ziel sei es, mit der Umstrukturierung zum Schuljahresbeginn 2027/28 zu beginnen. 

Die bisherige Studienseminarstruktur mit Erfurt und Regionalstellen in Gera, Nordhausen, Eisenach und Meiningen solle erhalten bleiben. Für die bisherigen Aufgaben des Instituts für Lehrerfortbildung bleibe zudem der Standort Bad Berka bestehen. Althaus sprach von einer im Wesentlichen kostenneutralen Reform.

Die Linke-Landtagsfraktion erklärte, sich den Vorschlag genau anschauen zu wollen, damit am Ende „nicht nur ein Etikettenschwindel stehen bleibe“. Eine zusätzliche Belastung für Fach- und Lehrpersonal werde nicht akzeptiert, so die bildungspolitische Sprecherin Ulrike Grosse-Röthig. „Gute Bildung sollten wir nicht nur durch die parteipolitische Brille von Legislatur zu Legislatur denken, sondern auf lange Sicht.“

Karte

Weitere Themen