Thüringen investiert 20 Millionen Euro in Wasserversorgung
Mehr Speicher, neue Brunnen, bessere Leitungen: Mit EU-Geldern reagiert Thüringen auf sinkende Wasserstände und will die Versorgung für kommende Sommer sichern.
An der Talsperre Ohra wird im Winter und Frühjahr mehr Wasser gestaut, damit im Sommer mehr Reserven zur Verfügung stehen. (Archivbild)Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa
© Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa
Thüringen reagiert auf zunehmende Wasserknappheit mit Investitionen in die Trinkwasserversorgung. Das Land stelle kurzfristig rund 20 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung für den Ausbau und die Modernisierung der Wasserinfrastruktur bereit, teilte Umweltminister Tilo Kummer (BSW) anlässlich des Thüringer Wasserkolloquiums mit. Die bereits von der EU-Kommission genehmigten Mittel stünden voraussichtlich ab Mitte dieses Jahres zur Verfügung.
Gefördert werden den Angaben nach unter anderem eine bessere Vernetzung der Versorgungsgebiete, der Ausbau des Fernwassernetzes, zusätzliche Aufbereitungs- und Speicherkapazitäten sowie neue Tiefbrunnen. Zudem sollen Wasserverluste im Leitungssystem verringert werden. Hintergrund sind deutlich geringere Wasserverfügbarkeiten in den vergangenen Jahren.
Mehr Trockenperioden
Von 2011 bis 2020 stand demnach in Thüringen flächendeckend nur etwa die Hälfte der üblichen Wassermenge für Ökosysteme, Gewässer und die menschliche Nutzung zur Verfügung – verglichen mit dem Zeitraum 1961 bis 1990. Auch sinkende Grundwasserstände und rückläufige Füllstände in Trinkwassertalsperren zeigen nach Angaben des Umweltministeriums, dass Wasserknappheit zunehmend zur strukturellen Herausforderung wird.
Besonders deutlich sei dies zuletzt an der Niedrigwassersituation der Talsperre Ohra geworden, sagte Kummer. Als Reaktion sei die Steuerung der Talsperre angepasst worden: Künftig werde im Winter und Frühjahr mehr Wasser gespeichert, damit in trockenen Sommern größere Reserven zur Verfügung stehen. Außerdem werde geprüft, ob künftig wieder Trinkwasser aus der Schmalwassertalsperre bereitgestellt werden könne.