Öffentliche Aufträge bis 100.000 Euro ohne Ausschreibung
Die Grenzen werden angehoben, bis zu denen die öffentliche Hand in MV Aufträge ohne Ausschreibung vergeben kann. Das soll Bürokratie verringern.
Fünf Stunden dauerte das letzte Treffen des Zukunftsbündnisses vor der Landtagswahl im September.Jens Büttner/dpa
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Ab Februar sollen Mitarbeiter der öffentlichen Hand in Mecklenburg-Vorpommern deutlich größere Aufträge als bisher ohne Ausschreibung vergeben können. Die Wertgrenzen werden angehoben. Mit dem Inkrafttreten der entsprechenden Verordnung sei im Februar zu rechnen, hieß es nach einem Treffen des Zukunftsbündnisses von Landesregierung, Wirtschaft und Gewerkschaften in Schwerin.
Für Bauleistungen steigt demnach die Wertgrenze von 10.000 Euro auf 150.000 Euro. Bei Dienstleistungen steigt sie von 5.000 Euro auf ebenfalls 100.000 Euro, wie es hieß.
Es war das letzte Treffen des Zukunftsbündnisses vor der Landtagswahl im September. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) lobte die Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren. Zu den Ergebnissen zähle etwa, dass Schülerpraktika in Handwerksbetrieben jetzt vergütet werden. Das Geld dafür kommt vom Land. Eine Ausweitung auf andere Branchen werde erwogen, so die Ministerpräsidentin.
Stabiler Arbeitsmarkt erwartet
Mit dabei war auch der Chef der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Markus Biercher. Er geht davon aus, dass der Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr stabil bleiben wird. Biercher rechnet mit einem „moderaten“ Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr, zugleich aber auch mit einem leichten Rückgang der Beschäftigung. Dies sei demografisch bedingt, sagte er.
Im vergangenen Jahr betrug die Arbeitslosigkeit in Mecklenburg-Vorpommern Biercher zufolge im Jahresdurchschnitt 8,0 Prozent. 2024 waren es demnach 7,9 Prozent gewesen.
Junge Menschen bis 25 Jahre ohne Verbindung zum Arbeitsmarkt und ohne Ausbildung könnten künftig härter heran genommen werden. In der Landeshauptstadt Schwerin hat laut Biercher gerade ein Modellprojekt begonnen, um mehr Junge, die schon länger erwerbslos sind oder keine Berufsausbildung haben, in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Mit ihnen solle intensiver als in der Vergangenheit gearbeitet werden, machte er deutlich. Verweigerern sollen dabei auch Sanktionen drohen.
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) legt Wert auf die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und den Gewerkschaften.Jens Büttner/dpa
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Markus Biercher, Chef der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, erwartet 2026 Stabilität auf dem Arbeitsmarkt in MV.Jens Büttner/dpa
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