Sicherheitslücke: Bayerische Behörden nehmen Seiten vom Netz
Internetseiten von Ministerien und Polizei in Bayern sind am Nachmittag nicht erreichbar. Warum auch Kommunen ihre Auftritte vorsorglich abschalten.
Es geht um kritische Sicherheitslücken in der Programmiersprache PHP.Nicolas Armer/dpa
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Wegen einer weltweiten gravierenden Sicherheitslücke haben auch bayerische Behörden und Einrichtungen Webseiten vorübergehend vom Netz genommen. Die Homepages mehrerer Ministerien und der Polizei waren am Nachmittag nicht mehr zugänglich. „Aus sicherheitstechnischen Gründen ist dieses Webangebot aktuell leider nicht verfügbar“, war dort teils als Hinweis zu lesen. Auch andere Behörden und Einrichtungen wie das Landratsamt Rhön-Grabfeld und das Klinikum Nürnberg waren nicht erreichbar.
Hintergrund ist eine neu entdeckte, schwerwiegende Sicherheitslücke, die derzeit weltweit das Fundament zahlreicher Webseiten und Onlinedienste ins Wanken bringt. Betroffen ist die weit verbreitete Programmiersprache PHP, auf der ein Großteil des gesamten Internets basiert - von einfachen Blogs über große Nachrichtenportale bis hin zu komplexen Onlineshops und Content-Management-Systemen wie WordPress.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und das bayerische Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI) hatten Alarm geschlagen und Warnungen herausgegeben. Das LSI stuft die Schwachstelle darin als „kritisch“ ein. Die Entwickler des PHP-Projektes kündigten für Mittwochnachmittag die Veröffentlichung eines Sicherheitspatches an. Das BSI riet Betreibern von Internetangeboten aber explizit, ihre Server im Zweifel komplett vom Netz zu nehmen.
Das bayerische Innenministerium bestätigte am Nachmittag, man habe den eigenen Internetauftritt auf Empfehlung von BSI und LSI vorsorglich vom Netz genommen. Das Update laufe bereits, die Internetseite solle danach wieder online sein. Man gehe davon aus, dass die Unterbrechung etwa eine Stunde dauern werde, sagte eine Sprecherin.