dpa

Senioren als Opfer: Lange Haft wegen sechsstelligen Betrugs

Falsche Polizisten, Lügengeschichten und hoher Schaden: Das Landgericht Wiesbaden schickt den Drahtzieher einer bundesweiten Betrügerbande für viele Jahre ins Gefängnis. Die Ermittlungen dauern an.

Von dpa

29.10.2026

Ein hochkarätiger Betrüger ist vom Landgericht Wiesbaden zu einer fast zehnjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Die Ermittlungen gehen weiter. (Symbolbild)Lando Hass/dpa

Ein hochkarätiger Betrüger ist vom Landgericht Wiesbaden zu einer fast zehnjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Die Ermittlungen gehen weiter. (Symbolbild)Lando Hass/dpa

© Lando Hass/dpa

Das Landgericht Wiesbaden hat den Drahtzieher einer bundesweiten Betrügerbande zu neun Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Das teilte eine Gerichtssprecherin mit. Die Mitglieder hatten etwa als falsche Polizisten und Anwälte am Telefon ältere Menschen mit Lügengeschichten unter Druck gesetzt, um von ihnen Geld zu kassieren und so einen hohen sechsstelligen Schaden angerichtet. 

Der Staatsanwalt sagte nach dem noch nicht rechtskräftigen Urteil, fast ein Jahrzehnt Freiheitsstrafe sei mehr, als es nicht selten für Totschlag gebe. Er habe in seinem Plädoyer elfeinhalb Jahre Haft gefordert, der Verteidiger nur „eine milde Strafe“.

Tüte mit sehr vielen Geldscheinen

Ende 2025 war der nun Verurteilte der Polizei in Wiesbaden ins Netz gegangen, als er mit einer Tüte mit mehr als 240.000 Euro in bar die Wohnung einer betrogenen Seniorin verließ. Die Beamten stellten die Geldscheinbündel sicher. Den Schaden von insgesamt rund 385.000 Euro bei weiteren Straftaten muss der teils geständige Betrüger noch zurückzahlen.

Verurteilt wurde er nach Worten der Gerichtssprecherin unter anderem wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs, Beihilfe zur Erpressung und versuchten Diebstahls. 

Weitere Ermittlungen

Der Mann, der im südhessischen Weiterstadt im Gefängnis sitzt, soll sich dem Staatsanwalt zufolge auch zu einem - nicht ausgeführten - Mord verabredet haben. Dieser Vorwurf wurde jedoch im Prozess abgetrennt, um hier weitere Ermittlungen zu ermöglichen. 

Bundesweit wird laut dem Staatsanwalt gegen rund ein Dutzend weitere Verdächtige in dem Betrugskomplex ermittelt. Hinzu kämen zwei mutmaßliche Hintermänner in der Türkei. Der Jurist nannte das Wiesbadener Urteil ein Signal im Kampf gegen derartig verwerfliche Straftaten zulasten älterer Bürger.

Karte