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Schweitzer: Social-Media-Angebote bergen zu viele Gefahren

Die Social-Media-Nutzung birgt aus Sicht von Alexander Schweitzer viele Risiken für Minderjährige. Welche Schutzmaßnahmen die SPD vorschlägt und warum auch die CDU strengere Regeln ins Spiel bringt.

Von dpa

16.02.2026

Inhalte in sozialen Medien seien oft manipulierend und polarisierend, sagt Schweitzer. (Archivfoto)Boris Roessler/dpa

Inhalte in sozialen Medien seien oft manipulierend und polarisierend, sagt Schweitzer. (Archivfoto)Boris Roessler/dpa

© Boris Roessler/dpa

Für den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer braucht es einen Mix aus mehr Medienkompetenz und einer Social-Media-Zulassungsbeschränkung für Kinder und Jugendliche. „Wir wollen Schutz schaffen und Teilhabe ermöglichen, damit sich Kinder und Jugendliche ohne Gefahren in den sozialen Medien austauschen können und Unterhaltung und Information finden“, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. 

Ein von der SPD vorgelegtes Impulspapier schlägt neben der Einführung eines Social-Media-Verbots für Kinder unter 14 Jahren eine verpflichtende „Jugendversion der Plattformen“ für unter 16-Jährige vor. Diese soll keine suchtverstärkenden Funktionen enthalten wie die Möglichkeit des Endlos-Scrollens, automatisches Abspielen von Inhalten oder Anreizsysteme, die intensive oder dauerhafte Nutzung belohnen. 

Schweitzer: Inhalte oft manipulierend und polarisierend

Eine Jugendversion soll ohne algorithmisch gesteuerte Feeds auskommen und Inhalte nicht mehr personalisiert ausspielen. Jugendliche unter 16 sollen aus Sicht der SPD ausschließlich über die sogenannte EUDI-Wallet-App ihrer Erziehungsberechtigten Zugang zu Instagram und Co. haben. Bei der App - EUDI steht für EU Digital Identity Wallet - handelt es sich um eine Art digitales Portemonnaie, in dem etwa Personalausweis und Führerschein der Erziehungsberechtigten gespeichert sind.

In der Realität seien derzeit die negativen Auswirkungen süchtig machender Mechanismen in sozialen Netzwerken auf die seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu erleben, sagte Schweitzer. „Social-Media-Angebote in ihrer heutigen Ausgestaltung bergen zu viele Gefahren für Kinder unter 14 Jahren.“ Inhalte kämen oft manipulierend und polarisierend daher. 

Auch CDU-Spitzenkandidat Schnieder für Nutzungseinschränkung

Kindern und Jugendlichen müsse die Kompetenz vermittelt werden, Suchtfallen zu erkennen und ihnen zu entkommen. Es brauche „klare Schutzräume“, betonte der SPD-Bundesvize Schweitzer. Dafür seien funktionierende Mechanismen für eine Altersverifikation nötig. „Bislang kann diese viel zu leicht mit falschen Angaben folgenlos umgangen werden.“ 

Aus der CDU, dem Koalitionspartner der SPD auf Bundesebene, kamen zuletzt befürwortende Stimmen, was eine strengere Regulierung von Sozialen Medien betrifft. Familienministerin Karin Prien (CDU) hatte erklärt, ein Verbot bis zu einem bestimmten Alter könne sie sich persönlich vorstellen. Die CDU will auf ihrem Parteitag am kommenden Wochenende über das Thema diskutieren.

In Rheinland-Pfalz hat sich der Spitzenkandidat der CDU für die Landtagswahl im März, Gordon Schnieder, bereits für eine Einschränkung der Social-Media-Nutzung für junge Menschen ausgesprochen.

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