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Schütze von Prüm kommt in psychiatrische Klinik

Nach Schüssen auf Polizisten in Prüm steht der Verdächtige vor dem Ermittlungsrichter. Was er dieser anordnet – und welche Hauptfrage noch offen ist.

Von dpa

08.04.2026

Der Schütze kommt einstweilig in eine psychiatrische Klinik für Straftäter Kevin Schößler/dpa

Der Schütze kommt einstweilig in eine psychiatrische Klinik für Straftäter Kevin Schößler/dpa

© Kevin Schößler/dpa

Der Mann, der in Prüm mit einer an sich gerissenen Polizeiwaffe eine Polizistin angeschossen und verletzt hat, wird vorübergehend in einem geschlossen psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Das habe der Ermittlungsrichter am Amtsgericht Trier entschieden, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Bei dem 25-Jährigen gebe es Anhaltspunkte für eine psychiatrische Erkrankung. Daher könne seine Schuldfähigkeit zur Tatzeit beeinträchtigt gewesen sein. Die Ermittlungen gegen den Mann laufen wegen des Verdachts des versuchten Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung.

Mehrere Schüsse auf Polizisten

Er war am Dienstagabend nach einem Großeinsatz in der Eifelstadt in einem Waldstück festgenommen worden. Er soll im Rahmen einer Polizeikontrolle mehrere Schüsse auf Beamten abgeben haben, so die Staatsanwaltschaft.

Der mutmaßliche Schütze hatte die Dienstwaffe aus dem Holster eines Polizeibeamten gerissen. Wie das passieren konnte, müsse noch ermittelt werden, sagte die Sprecherin. „Es gibt eine Sicherheitsvorkehrung am Holster für die Waffe, damit man sie eben nicht einfach so rausziehen kann.“ Wie es dem Tatverdächtigen gelang, an die Waffe zu kommen, sei noch unklar.

„Wir müssen noch überprüfen, wie das funktionieren konnte“

Nach Angaben von Polizeisprecher Uwe Konz hatte der Tatverdächtige Widerstand geleistet, als die Polizisten ihn im Kurpark festhalten wollten. Zuvor soll der Mann in einer Arztpraxis randaliert haben.

„Es kam dann zum Gerangel mit anderen Kollegen, die vor Ort waren, und man hat dann versucht, die Person zu Boden zu bringen, um sie dann letztendlich einer Personenüberprüfung zu unterziehen und die Hintergründe zu klären“, sagte Konz. Bei diesem „Infight“ (Nahkampf) habe der 25-Jährige die Waffe „irgendwie zu Greifen“ bekommen und sie aus dem Holster gerissen.

Eine Polizistin wurde bei der Schussabgabe verletzt.Kevin Schößler/dpa

Eine Polizistin wurde bei der Schussabgabe verletzt.Kevin Schößler/dpa

© Kevin Schößler/dpa

„Wir müssen noch überprüfen, wie das funktionieren konnte“, sagte Konz. Im Besitz der Waffe habe der Mann dann unmittelbar in Richtung auch der Kollegen geschossen. Dabei wurde die Polizistin durch einen Schuss in den Oberschenkel verletzt. 

Weiterer Kollege erleidet Knalltrauma

Sie sei im Krankenhaus operiert worden und befinde sich nicht in Lebensgefahr. „Es geht ihr im Moment den Umständen entsprechend.“ Ihr Kollege habe ein Knalltrauma durch die Schüsse in unmittelbarer Nähe erlitten. Auch er sei leicht verletzt, sagte Konz.

Der Verdächtige war in Richtung eines angrenzenden Waldes geflüchtet, er wurde im Zuge einer Fahndung dann festgenommen. Der polizeibekannte 25-Jährige habe dabei keinen Widerstand geleistet, sagte eine Polizeisprecherin. Insgesamt seien rund 300 Polizeikräfte im Einsatz gewesen.

Tödliche Schüsse aus entrissener Dienstwaffe in Völklingen

Im August 2025 hatte im saarländischen Völklingen ein damals 18-Jähriger einem Polizisten die Dienstwaffe aus dem Holster entrissen und damit einen 34 Jahre alten Polizeioberkommissar erschossen. Die Polizisten hatten den Mann festnehmen wollen, nachdem dieser eine Tankstelle überfallen hatte.

Der Tatverdächtige wurde dem Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Trier vorgeführt (Symbolbild)Harald Tittel/dpa

Der Tatverdächtige wurde dem Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Trier vorgeführt (Symbolbild)Harald Tittel/dpa

© Harald Tittel/dpa

Der Verdächtige wurde im Zuge einer Fahndung festgenommen.Kevin Schößler/dpa

Der Verdächtige wurde im Zuge einer Fahndung festgenommen.Kevin Schößler/dpa

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