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Schüsse auf Konkurrenten? 20-Jähriger vor Gericht

Elf Schüsse fielen, als zwei Männer fluchtartig einen Park in Berlin-Neukölln verließen. Hat ein mutmaßlicher Drogendealer geschossen, um andere potenzielle Händler aus dem Park zu vertreiben?

Von dpa

16.10.2026

Ein 20-Jähriger, der drei Männer durch Schüsse verletzt haben soll, steht unter anderem wegen versuchten Mordes vor Gericht. (Illustration) Jens Kalaene/dpa

Ein 20-Jähriger, der drei Männer durch Schüsse verletzt haben soll, steht unter anderem wegen versuchten Mordes vor Gericht. (Illustration) Jens Kalaene/dpa

© Jens Kalaene/dpa

Nach mehreren Schüssen auf mutmaßliche Konkurrenten im Drogenmilieu des Anita-Berber-Parks in Berlin-Neukölln steht ein 20-Jähriger vor Gericht. Er soll in zwei Fällen eine Schusswaffe eingesetzt haben. Drei Männer seien verletzt worden. Der Verteidiger kündigte zu Beginn des Prozesses vor dem Landgericht Berlin eine Aussage seines Mandanten zu einem späteren Zeitpunkt an.

Die Anklage lautet unter anderem auf versuchten Mord, gefährliche Körperverletzung und Verstoß gegen das Waffengesetz. Bei der ersten Tat am 23. April 2026 habe sich der Angeklagte im Anita-Berber-Park aufgehalten. Wegen vorangegangener Streitigkeiten im Drogenmilieu habe er anderen potenziellen Händlern eine Lektion erteilen und sie aus dem Park vertreiben wollen, um dort selbst ungestört mit Drogen handeln zu können, heißt es in der Anklage.

Schüsse in der Hermannstraße

Der 20-Jährige habe zwei Männer angesprochen, zur Ablenkung nach einem Feuerzeug gefragt und unvermittelt eine scharfe Schusswaffe gezogen, so die Staatsanwaltschaft. Als die beiden Männer aus dem Park in die Hermannstraße flüchteten, habe er sie mit der Waffe in der Hand verfolgt und mindestens elf Schüsse abgegeben.

Ein damals 27-Jähriger sei durch einen Streifschuss am Bein verletzt worden. Zehn Tage später soll der Angeschuldigte erneut auf zwei Männer geschossen und diese an den Oberschenkeln verletzt haben. Auch bei der zweiten Tat sei es ihm darum gegangen, im Anita-Berber-Park ohne Konkurrenz seinen Drogengeschäften nachgehen zu können.

Dem aus Tunesien stammenden Angeklagten wird zudem vorgeworfen, mit einem Komplizen das Diensthandy eines Zivilpolizisten gestohlen zu haben. Bei seiner Festnahme am 3. Mai habe er Widerstand geleistet und zudem einen verbotenen Schlagring bei sich getragen. Für den Prozess sind vier weitere Verhandlungstage bis zum 18. November vorgesehen.

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