dpa

Schneller Uni-Campus in Potsdam geplant – auch Protest

In Rekordzeit zum neuen Uni-Campus? Die Stiftung von Hasso Plattner setzt in Potsdam auf ein schnelles Verfahren. Das geplante Millionen-Bauprojekt steht am Anfang - und löst auch Protest aus.

Von dpa

29.01.2026

Einige Studierende protestieren gegen den Milliardär Hasso Plattner und das Projekt für einen neuen Uni-Campus in Potsdam. Das Konzept wurde am Abend an der Uni am Griebnitzsee öffentlich vorgestellt.Monika Wendel/dpa

Einige Studierende protestieren gegen den Milliardär Hasso Plattner und das Projekt für einen neuen Uni-Campus in Potsdam. Das Konzept wurde am Abend an der Uni am Griebnitzsee öffentlich vorgestellt.Monika Wendel/dpa

© Monika Wendel/dpa

Die Stiftung des Software-Milliardärs und Mäzens Hasso Plattner will die Pläne für einen neuen Uni-Campus in Potsdam mit hohem Tempo umsetzen. Wenn das Projekt in „Rekordzeit“ gelinge, sei das „ein Signal in der Welt, dass Deutschland es kann“, sagte der Sprecher der Stiftung, Herbert Heitmann, am Abend an der Uni Potsdam. Gegen das Millionen-Projekt gibt es aber auch Protest. 

Einige Studierende und Umweltschützer protestierten am Abend gegen Plattner, während an der Universität Konzeptideen für die Gestaltung des künftigen Campus vorgestellt wurden. Zu Beginn der öffentlichen Veranstaltung skandierten rund 30 Kritiker unter anderem „Nie wieder Plattner“. 

Beschleunigtes Verfahren geplant

Der SAP-Mitgründer Hasso Plattner will über seine Stiftung einen neuen Uni-Campus in der Stadt bauen und zugleich seine IT-Forschungseinrichtung, das Hasso-Plattner-Institut (HPI) am Griebnitzsee, erweitern. Dort sind bislang Einrichtungen der Universität angesiedelt, die dann auf das neue Hochschul-Gelände - nicht weit vom Hauptbahnhof entfernt - umziehen sollen. Laut Hasso Plattner Foundation soll das Bauvorhaben in einem beschleunigten Verfahren umgesetzt werden. 

Auf dem Brauhausberg in Potsdam, wo einst der Landtag tagte, soll ein neuer Uni-Campus entstehen - mit Hilfe des Engagements des Milliardärs und Mäzens Hasso Plattner. (Archivbild)Soeren Stache/dpa

Auf dem Brauhausberg in Potsdam, wo einst der Landtag tagte, soll ein neuer Uni-Campus entstehen - mit Hilfe des Engagements des Milliardärs und Mäzens Hasso Plattner. (Archivbild)Soeren Stache/dpa

© Soeren Stache/dpa

Gegner des Projektes hielten ein Transparent hoch, auf dem zu lesen war: „Zahlen Sie endlich Steuern, Herr Plattner! Potsdam ist nicht ihre Privatstadt!“. Sie befürchten, dass sich Studienbedingungen verschlechtern und sie weniger Platz zur Verfügung haben. Die öffentliche Vorstellung des Projekts bekam auch Applaus, Bürger stellten zugleich kritische Fragen. 

Stadt: Bebauungsplan soll 2027 fertig sein 

Die Universität betonte, es gebe künftig ein Mehr an Fläche für die Hochschule. Die Stadt kündigte zudem an, sie wolle im kommenden Jahr mit dem Bebauungsplan für den Uni-Campus fertig sein. Gutachten etwa zum Artenschutz und dem Thema Wasser seien in Auftrag gegeben. 

Die Hasso Plattner Foundation nennt als Grund für die geplante Erweiterung des Hasso-Plattner-Instituts die Chance zum Ausbau der KI-Forschung, damit Talente als Alternative zu den USA nach Deutschland kämen. 

Auf dem Brauhausberg tagte bis 2013 der brandenburgische Landtag. In der DDR beherbergte das weithin sichtbare Gebäude die SED-Bezirks- und Kreisleitung. Es bekam daher den Spitznamen „Kreml“. Seit vielen Jahren stand das denkmalgeschützte Gebäude leer.

Karte