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Sachsens Großstädte lassen Brunnen trotz Spardrucks sprudeln

Leuchtende Wasserfontänen, aber auch hohe Kosten: Wie Leipzig, Dresden und Chemnitz ihre Wasserspiele erhalten – und warum das Baden darin tabu bleibt.

Von dpa

20.04.2026

Der Mendebrunnen auf dem Augustusplatz in Leipzig. Dresden und Leipzig lassen ihre Fontänen trotz Spardrucks sprudeln. (Archivbild)Sebastian Willnow/dpa

Der Mendebrunnen auf dem Augustusplatz in Leipzig. Dresden und Leipzig lassen ihre Fontänen trotz Spardrucks sprudeln. (Archivbild)Sebastian Willnow/dpa

© Sebastian Willnow/dpa

Die Vorbereitungen zur Brunnensaison in den größten sächsischen Städten laufen auf Hochtouren. Mehr als 100 Brunnen erwachen demnächst aus dem Winterschlaf, wie die Städte Dresden, Leipzig und Chemnitz auf Anfrage mitteilten. Die Anlagen seien geprüft und gereinigt.

An diesem Montag sprudelt die zeitgenössische Fritz-von-Harck-Anlage am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wieder, wie die Stadtreinigung Leipzig mitteilte. Bereits im Jahre 1900 gab es an dieser Stelle einen repräsentativen Schmuckplatz im Gründerzeit-Stil mit Fontäne, der allerdings nach dem 2. Weltkrieg seine Wirkung verlor. Der neu gestaltete Brunnen auf dem 4.500 Quadratmeter großen Stadtplatz besteht aus geometrischen Körpern mit hellem Glasbelag. Die bis zu sechs Meter hohe Fontäne wird nachts beleuchtet.

Insgesamt sollen 26 städtische Wasserspiele wieder eine Augenweide für die Leipziger Bevölkerung sein. Neben dem Mendebrunnen auf dem Augustusplatz sprudeln dann auch die Pusteblumen auf dem Richard-Wagner-Platz, der Froschbrunnen auf dem Rabensteinplatz oder das Wasserspiel in der Grimmaischen Straße.

Baden ist in Brunnen verboten und Paten werden gesucht

Auch wenn viele Leipzigerinnen und Leipziger die Wasserspiele zur Erfrischung nutzen, wird vom Baden darin abgeraten. Die Wasserqualität entspricht nicht den hygienischen Anforderungen an Badegewässer und die Springbrunnenanlagen sind oft historische und denkmalgeschützte Bauwerke mit sensibler Bausubstanz und empfindlichen Abdichtungssystemen, die beschädigt werden können. 

Die Unterhaltung der Brunnenanlagen ist jedoch mit Kosten verbunden. Für alle von der Stadtreinigung Leipzig betreuten Wasserspiele waren es im vergangenen Jahr fast 350.000 Euro. Daher sucht die Stadtreinigung Leipzig wieder Brunnenpaten, die sich finanziell an der Bewirtschaftung der Anlagen beteiligen möchten. „Die Brunnen und Fontänen tragen zum lebendigen und attraktiven Stadtbild bei. Wir freuen uns, wenn Leipziger Firmen, aber auch Bürgerinnen und Bürger uns dabei finanziell unterstützen“, sagte Elke Bröcker, Kaufmännische Betriebsleiterin der Stadtreinigung Leipzig.

Dresden startet etwas später und hat noch Finanzierungssorgen

In Dresden beginnt die Brunnensaison etwas später. Dafür sollen aber im Mai gleich 94 Springbrunnen, Trinkwasserbrunnen und wassertechnische Anlagen in den Betrieb gehen. In den vergangenen Jahren sind drei neue Springbrunnen, zwei neue Trinkwasserbrunnen und eine Regenwasserzisterne zur Bewässerung von Grünflächen hinzugekommen, wie die Stadt mitteilte.

Auch in der Landeshauptstadt ist der finanzielle Aufwand für eine Brunnensaison hoch. Das Budget sollte zwischen 390.000 und 700.000 Euro eingeordnet werden, wie es hieß. Damit sollten die Anlagen von April bis Oktober laufen, Beschädigungen und Vandalismus schnell behoben und Verschleißteile zeitnah ausgetauscht werden können. Die Mittel sind wegen der aktuellen Haushaltssperre aber noch nicht freigegeben.

In Chemnitz sprudelt es schon an einigen Stellen

In Chemnitz sprudeln dagegen sechs Brunnen bereits seit Ende März. Die weiteren 19 städtischen Zier- und Kunstbrunnenanlagen werden bis zum 26. Mai in Betrieb genommen. Sechs Brunnen bleiben dagegen in diesem Jahr aus, weil die Becken saniert werden müssen und die Brunnentechnik veraltet und nicht mehr einsatzfähig ist. Für das Haushaltsjahr 2026 sind 205.000 Euro für die Unterhaltung der Brunnen eingeplant.

Brunnen werten Stadtbild auf und sind gut für das Klima

Vor allem im dicht bebauten Innenstadtbereich überhitzter Städte leisten Brunnen einen spürbaren Beitrag zur Abkühlung und sind damit Teil einer klimaangepassten Stadtentwicklung. Darüber hinaus sind sie Teil des mitteleuropäischen Stadtbildes, fördern Tourismus und erhöhen die Aufenthaltsqualität.

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