Sachsen will Standort für Zeltstadt bei Notlagen werden
Der sächsische Innenminister Armin Schuster will den Zivilschutz stärken. Als früherer Chef des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe besitzt er die nötige Expertise.
Sachsens Innenminister Armin Schuster will den Zivilschutz stärken und eine der vom Bund geplanten Mobilen Betreuungseinheiten nach Sachsen holen. (Archivbild) Sebastian Kahnert/dpa
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Sachsen möchte im Katastrophenschutz eine führende Rolle einnehmen. „Wir setzen uns intensiv dafür ein, das nächste Mobile Betreuungsmodul in Sachsen zu stationieren“, sagte Innenminister Armin Schuster (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. Mit den Hilfsorganisationen pflege man dazu einen ständigen Austausch. Sie stünden in den Startlöchern und könnten sofort übernehmen. „Denn Sachsen hat mit seiner Lage im Dreiländereck Deutschland – Polen – Tschechien eine ganz spezifische strategische Bedeutung in verschiedenen Szenarien.“ Zuerst hatten die „Sächsische Zeitung“ und die „Leipziger Volkszeitung“ berichtet.
„Kleinstadt“ mit weitgehend autarker Versorgung in Notlagen
Bei dem Mobilen Betreuungsmodul handelt es sich um ein Projekt des Bundes - eine Art Kleinstadt, in der bei Notlagen und Katastrophen Tausende Menschen versorgt werden können. Das Modul soll etwa mit Zelten, Feldbetten, Stromgeneratoren und Sanitäranlagen ausgerüstet sein und im Katastrophenfall bis zu 5.000 Menschen Schutz bieten. Dazu soll es bis zu einem Jahr lang weitgehend unabhängig von lokaler Infrastruktur funktionieren können – unter anderem mit eigener Trinkwasseraufbereitung und Stromversorgung. Der Bund will mehrere dieser Module über ganz Deutschland verteilen.
Schuster ist seit April 2022 Innenminister in Sachsen. Zuvor leitete er das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.