SPD wirft Regierung bei Schleifähre Missmanagement vor
Erst verspätet gestartet, jetzt erneut außer Betrieb: Die Schleifähre „Missunde III“ wird zum Ärgernis für viele. Kritik kommt auch von der SPD. Zudem widmet sich der Wirtschaftsausschuss dem Thema.
Die Schleifähre „Missunde III“ ist erneut außer Betrieb. (Archivbild)Christian Charisius/dpa
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Schleswig-Holsteins SPD-Fraktion kritisiert den erneuten Ausfall der Schleifähre „Missunde III“. Das Schiff sei längst „zum Symbol für Fehlplanungen“ geworden, sagte die SPD-Abgeordnete Birte Pauls. „Erst groß angekündigt, dann teuer bezahlt - und am Ende schon wieder außer Betrieb.“ Dabei habe die Landesregierung erst kürzlich betont, ein „Plan B“ sei überflüssig, da die Fähre funktioniere.
„Während Pendlerinnen und Pendler kilometerlange Umwege fahren müssen, Familien Zeit verlieren und Betriebe unter den Einschränkungen leiden, türmt sich bei der schwarz-grünen Landesregierung seit Monaten ein Infrastrukturdebakel nach dem nächsten auf“, erklärte Pauls. Dennoch spiele man die Probleme als bloße technische Schwierigkeiten herunter.
Am Sonntag hatte der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz mitgeteilt, dass die Schleifähre bis voraussichtlich Mitte Juni ausfällt. Grund sei, dass der Antriebsriemen der Fähre beschädigt sei und ausgetauscht werden müsse. Der Ausfall der Schleifähre ist von Relevanz, weil auch die Lindaunisbrücke über die Schlei für Autos und Züge gesperrt ist. Pendler müssen die Schlei deshalb weiträumig umfahren, was diese in Zeiten hoher Kraftstoffpreise belastet.
Betrieb erst Ende April aufgenommen
Die zwischen Brodersby und Kosel-Missunde verkehrende „Missunde III“ hatte erst Ende April mit einer Verzögerung von zwei Jahren den Betrieb aufgenommen. Der Einsatz der Solarfähre hatte sich verspätet, weil die Fähre und die Anleger den Angaben zufolge umgebaut werden mussten.
Wer täglich auf die Verbindung angewiesen ist, erlebe seit Monaten Chaos, sagte die SPD-Abgeordnete Birte Pauls. (Archivbild)Frank Molter/dpa
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„Wer täglich auf die Verbindung angewiesen ist, erlebt seit Monaten vor allem Chaos, Unsicherheiten und schlechte Kommunikation“, betonte die SPD-Abgeordnete Pauls. Eigentlich sollte die Fähre beweisen, wie moderne und klimafreundliche Mobilität gelingt – nun passiere das Gegenteil.
Auf Antrag des Südschleswigschen Wählerverbandes (SSW) wird das Thema am Mittwoch im Wirtschaftsausschuss beraten.