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Richterbund: mehr als 122.000 unerledigte Strafverfahren

Die Zahl offener Verfahren bei Hessens Staatsanwaltschaften ist deutlich gestiegen. Was der Deutsche Richterbund jetzt von den Ländern fordert.

Von dpa

16.09.2026

Die Aktenberge bei der Staatsanwaltschaft wachsen. (Symbolbild)Patrick Pleul/dpa

Die Aktenberge bei der Staatsanwaltschaft wachsen. (Symbolbild)Patrick Pleul/dpa

© Patrick Pleul/dpa

Bei den Staatsanwaltschaften in Hessen wachsen die Aktenberge. Ende des ersten Halbjahres wurden nach Zahlen des Deutschen Richterbunds knapp 122.500 offene Verfahren gezählt. Ein Jahr zuvor waren es noch rund 109.000. 

„Den Strafverfolgern steht die Verfahrensflut bis zum Hals“, sagte Sven Rebehn, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Richterbundes (DRB), der Deutschen Presse-Agentur. Bundesweit gebe es erstmals mehr als 1,1 Million unerledigte Fälle. 

212.253 neue Fälle landeten laut Richterbund im ersten Halbjahr 2026 hessenweit bei den Staatsanwaltschaften - in etwa so viele wie im Vorjahreszeitraum, als es 212.601 waren. 

Die Zahlen gehen auf eine Umfrage bei den Justizverwaltungen der Länder zurück, die die vom Richterbund herausgegebene „Deutsche Richterzeitung“ durchgeführt hat. Berücksichtigt wurden dabei nur die Verfahren gegen namentlich bekannte Beschuldigte, wie es hieß. 

Länder zum Handeln aufgefordert

Die Landesregierungen müssten angesichts der Rekordeingangszahlen und immer höherer Aktenbestände der Staatsanwaltschaften konsequent gegensteuern, forderte Rebehn. Zwar gebe es in einigen Ländern in der Justiz Neueinstellungen. „Die Verfahrenszahlen der Staatsanwaltschaften wachsen aber deutlich schneller als die Stellenzahl, so dass die Überlastung in vielen Behörden anhält“, so der DRB-Bundesgeschäftsführer.

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