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Rentner in Biblis getötet – Angeklagter bestreitet Angriff

Die Staatsanwaltschaft wirft einem 35-Jährigen und zwei Mittätern vor, ihren Vermieter aus Habgier getötet zu haben. Der Angeklagte schildert einen anderen Ablauf.

Von dpa

01.04.2026

Vor dem Landgericht bestreitet der Angeklagte, seinen 81-jährigen Zimmerwirt in Biblis angegriffen zu haben. (Symbolfoto)Christoph Schmidt/dpa

Vor dem Landgericht bestreitet der Angeklagte, seinen 81-jährigen Zimmerwirt in Biblis angegriffen zu haben. (Symbolfoto)Christoph Schmidt/dpa

© Christoph Schmidt/dpa

Der Angeklagte, dem vorgeworfen wird, seinen 81 Jahre alten Zimmerwirt im südhessischen Biblis ermordet zu haben, hat im Darmstädter Landgericht zugegeben, zur Tatzeit vor Ort gewesen zu sein. Er habe den Rentner aber nicht angegriffen, ließ der Mann über seinen Verteidiger erklären.

Laut Staatsanwaltschaft hat der 35-jährige Mazedonier am 9. Februar 2025 gemeinschaftlich mit zwei Mittätern den Vermieter heimtückisch aus Habgier ermordet, um ihn berauben zu können. Zuvor hätten sich die Männer für drei Monate ein Zimmer gemietet, um in Südhessen zu arbeiten. 

Staatsanwaltschaft: Opfer an Knebel erstickt

Da sie aber keine Arbeit bekamen, hätten sie beschlossen, den Vermieter auszurauben, wozu sie ihn fesselten und knebelten. Sie sollen 26.000 Euro in bar, eine Goldkette im Wert von 1.000 Euro, Geldmappen und die Girocard des Mannes mitgenommen haben. „Sie ließen den 81-Jährigen in hilfloser Lage zum Sterben zurück“, sagte Staatsanwältin Elena Danch. Der Rentner sei am Knebel erstickt.

Der Angeklagte bestätigte, dass die drei Männer in Deutschland arbeiten wollten, es aber keine Arbeit gab und sie deswegen zurück in die Heimat wollten. Einer von ihnen habe mit dem Vermieter wegen Rückzahlung der Miete sprechen wollen, so der Mazedonier. Als er dazukam, sei der Rentner schon gefesselt gewesen und geknebelt worden. 

Der Angeklagte erklärte, dass er den Raum verlassen habe, als er sah, wie einer der Männer dem Rentner ein Kissen ins Gesicht drücken wollte. Er sei mit den beiden dann zurück nach Mazedonien gefahren. Der Prozess wird am 20. April fortgesetzt.

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