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Raubüberfall bei Autoverkauf? Drei Männer vor Gericht

Ein Autobesitzer bietet seinen Wagen im Internet an. Er wird sich mit einem Interessenten einig. Doch am nächsten Tag verlangt der Käufer wegen angeblicher Mängel ein Treffen. War es eine Falle?

Von dpa

31.03.2026

Drei Männer stehen nach einem mutmaßlichen Raubüberfall bei einem privaten Autokauf vor Gericht. (Symbolbild) Jens Kalaene/dpa

Drei Männer stehen nach einem mutmaßlichen Raubüberfall bei einem privaten Autokauf vor Gericht. (Symbolbild) Jens Kalaene/dpa

© Jens Kalaene/dpa

Weil sie einen Mann nach einem privaten Autoverkauf attackiert und ausgeraubt haben sollen, stehen drei Angeklagte vor dem Berliner Landgericht. Einen Tag nach dem Kauf sollen sie den Verkäufer wegen angeblicher Mängel des Fahrzeuges zu einem Treffen gelockt und den 34-Jährigen überfallen haben. 

Zu Prozessbeginn haben die 26 und 27 Jahre alten Angeklagten die Vorwürfe zurückgewiesen. Es sei zu einer Rangelei gekommen, weil der Verkäufer ein Messer gezogen haben, erklärten sie über ihre Verteidiger.

Die Anklage lautet auf schweren Raub und gefährliche Körperverletzung. Der 27-Jährige habe im Mai 2024 zunächst ein fast 20 Jahre altes Fahrzeug für 1.900 Euro gekauft. Am nächsten Tag habe er den Verkäufer angerufen und um eine Rückabwicklung des Vertrags gebeten. Sie hätten sich auf eine Rückzahlung von 1.500 Euro geeinigt. „Tatsächlich beabsichtigte er aber, Pkw und Rückzahlung mit Hilfe der Mitangeklagten für sich zu behalten“, heißt es in der Anklage.

Anklage: Schläge auch mit einem Gürtel

Unter einem Vorwand sei der Verkäufer in Berlin-Marzahn in das Auto gelockt worden. Im Wagen sei er zur Herausgabe des Geldes aufgefordert worden, so die Anklage. Der 34-Jährige habe zunächst aus dem Fahrzeug flüchten können, sei jedoch von den Angeklagten gestoppt worden. Einer der mutmaßlichen Angreifer habe mit einem Gegenstand auf den Kopf des Verkäufers geschlagen. Als der 34-Jährige am Boden lag, sei er getreten und auch mit einem Gürtel geschlagen worden.

Der 27-Jährige erklärte, bei einer ersten Autofahrt habe er ein auffälliges Qualmen bemerkt. Er habe den Verkäufer angerufen - „er nannte mich Lügner, ich nannte ihn Betrüger“. Schließlich hätten sie sich auf eine Rückabwicklung geeinigt. Zu dem Treffen hätten ihn die Mitangeklagten begleitet.

Als es zum Streit um das Geld kam, habe der Verkäufer ein Messer gezogen. „Ich zog meinen Gürtel aus der Hose und schlug, um ihn fernzuhalten“, so der 27-Jährige. Sie seien beide in ein Gebüsch gestürzt, wo es zu einem Gerangel gekommen sei. Geld habe er nicht bekommen. Für den Prozess sind zwei weitere Tage bis zum 17. April.

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