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Pilotprojekt entlastet Rettungsdienst: Vorbild für das Land?

Schnelle Hilfe bei ambulanter Versorgung: Dafür sorgen im Landkreis Cloppenburg Gemeindenotfallsanitäter mit einem speziellen Fahrzeug. Warum das Konzept auch dem Rettungsdienst hilft.

Von dpa

28.07.2026

Das Akut-Einsatzfahrzeug wird zu Notfällen gerufen, die nicht lebensbedrohlich sind und die ambulant behandelt werden können. (Symbolbild)Julian Stratenschulte/dpa

Das Akut-Einsatzfahrzeug wird zu Notfällen gerufen, die nicht lebensbedrohlich sind und die ambulant behandelt werden können. (Symbolbild)Julian Stratenschulte/dpa

© Julian Stratenschulte/dpa

Um dem Rettungsdienst den Rücken für lebensrettende Einsätze freizuhalten, macht der Landkreis Cloppenburg gute Erfahrungen mit einem alternativen Notfallkonzept und Gemeindenotfallsanitätern. Seit 2025 erprobt der Landkreis zusammen mit den Landkreisen Vechta und Goslar sowie mit der Stadt Oldenburg und dem niedersächsischen Innenministerium in einem zweijährigen Pilotprojekt den Einsatz von sogenannten Akut-Einsatzfahrzeugen (AEF) – als Ergänzung zum klassischen Rettungsdienst und Rettungswagen.

Laut Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD), die das Pilotprojekt im Rahmen ihrer Sommerreise nun in Cloppenburg besuchte, funktioniert der Ansatz. Dabei wird das Akut-Einsatzfahrzeug mit einem Gemeindenotfallsanitäter immer dann zu medizinischen Notfällen alarmiert, wenn für einen Patienten ein später folgender Krankenhausaufenthalt nicht zwingend nötig erscheint. Das kann etwa bei leichten Unfällen in Schulen, Kitas oder Betrieben der Fall sein. So soll der Rettungsdienst entlastet werden.

Wie oft das Akut-Einsatzfahrzeug in Cloppenburg ausrückt

„Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie die Entlastung der Notfallrettung erfolgreich gefördert werden kann, und macht deutlich, wie wichtig innovative Versorgungsangebote sind“, sagte Behrens in einer Mitteilung. 

Nach Angaben ihres Ministeriums wurden 2025 in den Modellkommunen mehr als 7.800 Notfälle von Gemeindenotfallsanitätern mit den Akut-Einsatzfahrzeugen versorgt, die sonst ein Fall für den regulären Rettungsdienst gewesen wären. In Cloppenburg kommt das Einsatzfahrzeug monatlich im Schnitt auf etwa 200 Einsätze. „Dort, wo eine abschließende Versorgung vor Ort möglich ist, trägt das Projekt maßgeblich dazu bei, Rettungsdienst und Notaufnahmen zu entlasten“, sagte Behrens weiter. 

Das Modell könnte laut Innenministerium in ganz Niedersachsens bald Schule machen. Dafür sprächen Untersuchungen der Uni Oldenburg, die das Pilotprojekt wissenschaftlich begleitet, und die Erfahrungsberichte aus den Modellkommunen. Noch kann das Einsatzkonzept allerdings nicht in das landeseigene Rettungsdienstgesetz integriert werden. Das Innenministerium arbeitet zwar nach eigenen Angaben an einer entsprechenden Formulierung, noch fehle aber eine gesetzliche Regelung auf Bundesebene, hieß es.

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