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Ordensschwestern aus Tansania pflegen Senioren in Thüringen

Drei Ordensschwestern aus Tansania bringen Lebensfreude ins Pflegezentrum in Heilbad Heiligenstadt – und stärken die Verbindung zwischen zwei Kontinenten.

Von dpa

01.06.2026

Ordensschwestern aus Tansania pflegen Senioren in Thüringen.Matthias Bein/dpa

Ordensschwestern aus Tansania pflegen Senioren in Thüringen.Matthias Bein/dpa

© Matthias Bein/dpa

„Baba Yetu“ statt Vater Unser heißt es im Altenpflegezentrum „Hospital zum Heiligen Geist“ in Heilbad Heiligenstadt: Drei Ordensschwestern der „Immaculate Heart of Mary Sisters of Morogoro“ aus der gleichnamigen Stadt in Tansania sind seit April vor Ort als Pflegekräfte tätig. Nun ist der erste Konvent der Gemeinschaft in Deutschland in einem festlichen Pontifikalamt durch den Erzbischof des Bistums Erfurt, Ulrich Neuymeyr, offiziell gegründet worden. 

Für beide Seiten gehe damit ein Wunsch in Erfüllung, sagte Andrea Stützer, Geschäftsführerin der Katholischen Altenpflegeheime Eichsfeld (KAPHE). Die drei Ordensschwestern Sabina, Lydia und Ines wohnen und leben dabei fortan im Hospital und knüpfen damit an die frühere Arbeit der Vinzentinerinnen vor Ort an. In der Trägerschaft der Ordensgemeinschaft war die Pflegeeinrichtung einstmals betrieben worden, die Schwestern waren damals hauptamtlich in der Pflege tätig, aus Altersgründen aber ausgeschieden. 

Heute sind sie noch ehrenamtlich etwa in der Seelsorge in der Einrichtung tätig. „Dass diese Tradition nun in neuer Form weiterlebt, ist für uns ein großes Geschenk“, so Stützer. 

Arbeit in Deutschland stärkt finanzielle Grundlage für Orden in Afrika

Für den durch das Bistum in Tansania gegründeten Orden mit über 400 Schwestern geht der Wunsch einer Konventsgründung im Ausland in Erfüllung. Das bedeute nicht nur kulturellen Austausch, erklärte Anne Rademacher, Ordensreferentin im Bistum Erfurt. Die Partnerschaft ist auch finanziell bedeutsam. „Es gibt in Tansania kein ausgebautes Kirchensteuersystem und kein Wohlfahrtssystem wie bei uns“, so Rademacher. 

Rund ein Drittel der Einnahmen, die das Konvent durch seine Arbeit in Thüringen generiert, wird demnach künftig in die Arbeit des Ordens in Afrika fließen. „Die haben Schulen, machen Religionsunterricht, helfen den Ärmsten der Armen.“

Die Konventsgründung sei zwar außergewöhnlich, aber kein Einzelfall, so Rademacher. So gibt es im St. Johannesstift in Ershausen, einer Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung, bereits seit über zehn Jahren einen Konvent des Ordens „Society of Kristudasis“ aus Indien. Die Schwestern seien dort vorwiegend im pastoralen Dienst tätig, informiert das Bistum Erfurt. Zudem seien Ordensschwestern aus Indien im katholischen Krankenhaus Erfurt tätig.

Gesang auf Swahili statt stilles Gebet

Der Festakt wurde per Livestream auch nach Tansania übertragen. Zuvor hatte Heimatbischof Lazarus Msimbe die neue Heimat der Schwestern besucht. Zwar verfügten die Ordensschwestern bereits über abgeschlossene Berufsausbildungen in der Pflege und der Geburtshilfe, erklärte KAPHE-Geschäftsführerin Stützer. Bislang seien diese aber noch nicht anerkannt. An einem Tag die Woche lernten Lydia und Ines nun die deutsche Sprache. Schwester Sabina beherrsche sie bereits weitestgehend perfekt. 

Das Pflegeheim und seine Bewohner erlebten mit den neuen Ordensschwestern jede Menge „afrikanische Lebensfreude“ und das ein oder andere Lied auf Swahili. Die Partnerschaft solle ausgebaut werden, so Stützer. Es liefen bereits Gespräche über drei weitere Ordensschwestern, die die Pflegeausbildung direkt in Heiligenstadt erlernen sollten.

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