Olympia-Zweiter Hilbert spricht über Depression und Comeback
Nach dem Rückzug aus dem Leistungssport geht es Geher Jonathan Hilbert wieder besser. Wie er mit Medikamenten und Therapie gegen seine Depression kämpft und welche klare Grenze er sich setzt.
Der deutsche Geher Jonathan Hilbert berichtet erneut über seine Depression. (Archivbild)Michael Kappeler/dpa
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Der deutsche Geher Jonathan Hilbert hat mit emotionalen Worten über seine Fortschritte im Kampf gegen die Depression berichtet. „Nach mittlerweile drei Monaten Stillstand und Innehalten geht es mir besser“, schrieb der Olympia-Silbermedaillengewinner von Tokio 2021 über 50 Kilometer in einem Instagram-Beitrag. Im vorigen August hatte der 31-Jährige seine Erkrankung erstmals öffentlich gemacht, im Mai berichtete er von einer Rückkehr der Depression und zog sich vorerst aus dem Leistungssport zurück.
Die ersten acht Wochen nach seinem Rückzug seien „eine ziemliche Achterbahnfahrt“ gewesen, schilderte Hilbert. Nach der Wiederaufnahme der Therapie habe schnell festgestanden, dass es sich um eine schwere depressive Episode handle. Daraufhin habe er begonnen, Medikamente zu nehmen. Das zunächst eingesetzte Präparat habe jedoch keine spürbare Wirkung gezeigt, woraufhin er auf ein anderes Medikament umgestellt habe.
Erste Schritte zurück – aber mit klarer Bedingung
„Der Antrieb kam wieder, die Gedanken wurden wieder heller“, schrieb der 31-Jährige und betonte zugleich, dass Medikamente allein nicht die Lösung seien. Er befinde sich weiterhin in Therapie. Seine Ziele seien „Stabilität, Gesundheit und einfach wieder Spaß und Freude am Leben“. Die Krankheit sei „kein 100-Meter-Lauf. Eher ein Marathon.“ Durch die Besserung nehme er aber nun sein Studium und auch das strukturierte Training wieder auf, schrieb Hilbert.
„Ich habe Lust darauf. Ich habe wieder Kraft und empfinde Freude“, schrieb der gebürtige Thüringer. Für November sei ein erstes Trainingslager geplant, im kommenden Jahr wolle er wieder an Wettkämpfen teilnehmen. Gleichzeitig stellte er klar: „Sollte ich noch einmal in dieser Schwere eine depressive Episode erfahren, werde ich mich aus dem Leistungssport vollständig zurückziehen und meine Karriere beenden.“