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Mord durch Unfall bei Flucht vor Polizei? - Prozess beginnt

Die Flucht vor der Polizei findet ein dramatisches Ende: Die Fahrt im Januar endet mit einem schweren Unfall, ein Mensch stirbt. Nun steht der Autofahrer unter anderem wegen Mordes vor Gericht.

Von dpa

28.07.2026

Unmittelbar nach dem Verlesen der Anklageschrift ist der Prozess gegen den 18 Jahre alten Angeklagten nicht-öffentlich fortgeführt worden. Christiane Bosch/dpa

Unmittelbar nach dem Verlesen der Anklageschrift ist der Prozess gegen den 18 Jahre alten Angeklagten nicht-öffentlich fortgeführt worden. Christiane Bosch/dpa

© Christiane Bosch/dpa

Der Mordprozess wegen einer riskanten Verfolgungsjagd mit einem Toten wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit fortgesetzt. Das Urteil werde aller Voraussicht nach wieder öffentlich verkündet, sagte die Vorsitzende Richterin Anne Meier-Göring am Morgen. Zum Auftakt des Prozesses vor dem Hamburger Landgericht war zunächst die Anklageschrift verlesen worden, bevor der Beschluss gefasst wurde. 

Grund für die Entscheidung ist, dass der Angeklagte zum Zeitpunkt des tödlichen Unfalls erst wenige Wochen 18 Jahre alt war. Der Fall wird vor der Jugendkammer verhandelt. Dem Angeklagten wird unter anderem Mord, versuchter Mord, gefährliche Körperverletzung und verbotenes Kraftfahrzeugrennen mit Todesfolge vorgeworfen. 

Wer als rücksichtsloser Raser mit seinem Auto einen Menschen tötet, kann unter bestimmten Voraussetzungen als Mörder verurteilt werden. Das hatte der Bundesgerichtshof in Karlsruhe im Januar 2019 entschieden. 

Was war Ende Januar passiert?

Der junge Mann soll Ende Januar frühmorgens unter Drogeneinfluss und ohne Führerschein mit einem Sportwagen in Hamburg unterwegs gewesen sein. Auf dem Beifahrersitz saß ein 35 Jahre alter Bekannter. Als die Polizei ihn für eine Verkehrskontrolle stoppen wollte, soll er der Staatsanwaltschaft zufolge stattdessen Gas gegeben haben und durch Hamburg gerast sein, um einer möglichen Strafe zu entgehen.

Dabei hat der Heranwachsende der Anklage zufolge sein Auto auf Höchstgeschwindigkeit beschleunigt, ist über rote Ampeln und rasant in Lücken im fließenden Verkehr gefahren und musste dabei auch ruckartig anderen Autos ausweichen. Der in Afghanistan geborene Teenager habe billigend in Kauf genommen, dass er Fußgänger und Radfahrer in Gefahr bringe und bei einer Kollision auch Menschen sterben könnten. 

Tödliche Kollision auf der Kennedybrücke

Auf Höhe der Kennedybrücke habe er an dem Samstagmorgen bei einer Verkehrsinsel die Kontrolle über sein Auto verloren und sei deshalb mit einem ihm entgegenkommenden Transporter zusammengestoßen. Sei Beifahrer starb trotz Wiederbelebungsmaßnahmen und Not-Operation wenig später. Auch der Angeklagte wurde bei dem Unfall lebensgefährlich verletzt. Der Transporterfahrer kam mit leichten Verletzungen davon, leidet den Angaben zufolge aber bis heute unter einer posttraumatischen Belastungsstörung.

Der Angeklagte werde im Laufe des nun nicht öffentlichen Verfahrens ausführlich aussagen, kündigte sein Verteidiger an. „Er wird sich vollumfänglich einlassen.“ Dabei werde er auch ausführlich zu seinen Lebensumständen, seiner Vergangenheit und seiner Zukunft sprechen.

Ein halbes Jahr nach dem tödlichen Unfall auf der Kennedybrücke beginnt gegen den Unfallfahrer ein Prozess am Landgericht. (Archivbild) Fabian H�fig/NEWS5/dpa

Ein halbes Jahr nach dem tödlichen Unfall auf der Kennedybrücke beginnt gegen den Unfallfahrer ein Prozess am Landgericht. (Archivbild) Fabian H�fig/NEWS5/dpa

© Fabian H�fig/NEWS5/dpa

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