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Ministerin: Wasser angesichts Knappheit zu günstig

Darf man noch Pools füllen und Gärten wässern, wenn Wasser knapp wird? Umweltministerin Mittelstädt hält Wasser noch für zu billig. Sie arbeitet auch daran, dass die Spree künftig nicht austrocknet.

Von dpa

29.07.2026

Agrar- und Umweltministerin Hanka Mittelstädt sucht nach Lösungen angesichts der knapper werdenden Ressource Wasser. (Archivbild)Jens Kalaene/dpa

Agrar- und Umweltministerin Hanka Mittelstädt sucht nach Lösungen angesichts der knapper werdenden Ressource Wasser. (Archivbild)Jens Kalaene/dpa

© Jens Kalaene/dpa

Brandenburgs Agrar- und Umweltministerin Hanka Mittelstädt hat einen zu sorglosen Umgang mit Wasser angesichts des Klimawandels und sinkender Grundwasserspiegel beklagt. Die SPD-Politikerin geht davon aus, dass der Wasserpreis künftig steigen müsste. 

Wasser sei in der jetzigen Situation noch zu günstig, sagte Mittelstädt der Deutschen Presse-Agentur. Das führe dazu, „dass wir mittags die Pools füllen, führt dazu, dass wir mittags nach wie vor in den Gärten die Sprinkleranlagen sehen“. 

Sie rief zu mehr Sensibilität beim Wasserverbrauch auf. „Da Wasser ein gesamtgesellschaftliches Anliegen ist, muss die gesamte Gesellschaft auch dafür einstehen“, sagte Mittelstädt. Sie macht rund um Themen zum Wasser derzeit eine Sommertour in unterschiedlichen Regionen Brandenburgs. 

Nach Angaben des Amtes für Statistik lag das Entgelt für die Trinkwasserversorgung privater Haushalte in Brandenburg im vergangenen Jahr bei 1,82 Euro je Kubikmeter. 

Was tun gegen drohende Wasserknappheit in Spree?

Schwierige Debatten stehen der Ministerin bei der Suche nach Lösungen für die drohende Wasserknappheit in der Spree angesichts des vereinbarten Kohleausstiegs 2028 bevor. „Das ist nämlich auch ein größeres Problem, wie die Spree zukünftig mit Wasser versorgt wird“, sagte Mittelstädt der dpa. „Da werden wir uns alle noch ganz tief in die Augen gucken.“ 

Wie kritisch kann die Wasserknappheit in der Spree werden? Mit dem Braunkohleausstieg fällt ein jahrzehntelanger Zufluss weg. (Symbolbild)Frank Hammerschmidt/dpa

Wie kritisch kann die Wasserknappheit in der Spree werden? Mit dem Braunkohleausstieg fällt ein jahrzehntelanger Zufluss weg. (Symbolbild)Frank Hammerschmidt/dpa

© Frank Hammerschmidt/dpa

Die Spree wird Untersuchungen nach deutlich weniger Wasser führen, wenn mit Ende der Braunkohleförderung weniger Grundwasser in den Fluss gepumpt wird. Das trifft auch die Trinkwasserversorgung im Großraum Berlin. Diskutiert wird über eine Überleitung von der Elbe und eine Pipeline für Wasser aus der Ostsee für die Spree und Wasserspeicher. 

Ministerin sieht auch Verantwortung des Bundes

„Ich glaube, es wird ein Strauß werden aus Maßnahmen, um die Spree, den Spreewald zu stützen“, sagte Mittelstädt. Sie mahnte an, dass auch der Bund sich finanziell beteiligen müsse. „Also der Bund zieht sich ja mehr und mehr raus und sagt: Das ist euer Problem. Das sehe ich ein bisschen anders.“ Der Bund habe auch den Kohleausstieg entschieden und müsse Verantwortung tragen, meinte die Ministerin. 

Neues Wassergesetz geplant

Brandenburg arbeitet zudem an einem neuen Wassergesetz zum Schutz der Gewässer und um den Wasserrückhalt zu verbessern. „Sinkende Grundwasserstände, Flüsse mit geringerer Wasserführung und wachsende Nutzungskonflikte zwischen Bevölkerung, Wirtschaft und Landwirtschaft zeigen deutlich, vor welchen Herausforderungen wir stehen“, sagte Mittelstädt im Juni.

Aufgrund geringer Niederschlagsmengen, anhaltender Trockenheit und niedriger Flusspegel hatten mehrere Kreise und Kommunen in den vergangenen Wochen Wasserentnahmeverbote verhängt.