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Tagespflege könnte teurer werden

MV-Sozialministerin Stefanie Drese fordert Nachbesserungen an der geplanten Pflegereform.

Von dpa

07.10.2026

Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Sefanie Drese (SPD) sieht die Tagespflegen in Gefahr. (Archivbild)picture alliance / dpa

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Die Tagespflege könnte nach Einschätzung von Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) bald teurer werden. Das vom Bund geplante Pflegeneuordnungsgesetz treffe die Tagespflege durch Einschnitte beim Entlastungsbetrag und bei der Verhinderungspflege, teilte Drese in Schwerin mit.

5.000 Plätze in Tagespflegen

„Dadurch steigt der Eigenanteil und können Angebote nicht mehr wie bisher genutzt werden.“ Sie forderte dringend Nachbesserungen im Gesetzentwurf, den das Bundeskabinett vergangene Woche beschlossen hatte.

Aktuell gibt es nach Dreses Worten in Mecklenburg-Vorpommern mehr als 220 Tagespflegen mit über 5.000 Plätzen. Käme das Gesetz wie geplant, würde es aus ihrer Sicht zu sinkender Auslastung, Standortschließungen und weniger Entlastung für pflegende Angehörige führen. „Damit würden wir die Menschen sehenden Auges in die vollstationäre Pflege drängen“, warnte die Ministerin. 

Verbände nennen Zahlen

Pflegeverbände weisen darauf hin, dass viele pflegende Angehörige auf die Tagespflege angewiesen seien, um erwerbstätig bleiben zu können. „Die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionen tragen die Familien selbst. Bisher konnten sie dafür den Entlastungsbetrag von 131 Euro im Monat einsetzen“, erklärten der Bundesverband wir pflegen und der Verein Pflegende Angehörige in einer gemeinsamen Mitteilung. Nach dem Kabinettsbeschluss solle das künftig nicht mehr möglich sein. Pflegehaushalten fehlten dadurch bis zu 1.572 Euro im Jahr.

140.000 Pflegebedürftige in MV

In Mecklenburg-Vorpommern leben laut Ministerium rund 140.000 Pflegebedürftige. Von ihnen würden 86 Prozent zu Hause versorgt. Die Tagespflege sei dafür ein wichtiger Baustein, sagte Drese. Sie entlaste pflegende Angehörige.

Das Bundeskabinett hatte vergangene Woche die erste Stufe einer Pflegereform auf den Weg gebracht, die vor allem die extreme Finanznot der Pflegeversicherung zunächst etwas lindern soll. Der Entwurf muss noch durch Bundestag und Bundesrat und dürfte dort noch verändert werden.