Minister Wilke wünscht sich mehr Entschleunigung in Politik
„Dinge tiefer durchdenken“: Gesundheitsminister Wilke mahnt mehr Zeit an für gründliche Entscheidungen in der Politik. Wo er selbst entschleunigen konnte.
René Wilke, Brandenburgs Minister für Arbeit, Soziales und Gesundheit, konnte im Urlaub mal abschalten. (Archivbild)Britta Pedersen/dpa
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Brandenburgs Arbeits- und Gesundheitsminister René Wilke (42) wünscht sich mehr Entschleunigung in der Politik. „Wir springen viel zu oft von einem Thema ins nächste, von einer Akutsituation in die nächste“, sagte der SPD-Politiker dem „Tagesspiegel“. „Wir haben zu wenig Raum, um Dinge tiefer zu durchdenken, mit ausreichend Menschen abzuwägen und zu besprechen. Der massive Geschwindigkeitsdruck, den wir erleben, ist nicht gut für die Qualität dessen, was dabei herauskommt.“
Kurzfristig sei vieles gut vermarktbar, aber langfristig merke man dann die Unzulänglichkeiten auf dem Weg. „Und das ist aus meiner Sicht schizophren: Die Wähler wünschen sich, dass Dinge langfristig gut durchdacht passieren - aber wenn ein Politiker nicht sofort, nicht kurzfristig etwas Sichtbares liefert, bekommt er das in Umfragen und im Wahlergebnis zu spüren.“ Aber dies müsse auch nicht immer ein Gegensatz sein.
Zum Pilgern nach Spanien
Wilke hatte im Juni in Frankfurt (Oder) seine langjährige Lebensgefährtin geheiratet. Die Hochzeitsreise führte das Paar auf den bei Pilgern beliebten Jakobsweg in Nordspanien - zum Entschleunigen. „Das Pilgern ist eine schöne Art, ein Land anders kennenzulernen“, sagte Wilke der Zeitung. „Man kommt anders in Berührung mit dem Land. Man sieht seine Schwierigkeiten, man sieht seine Vorzüge.“ Für ihn sei die Wanderung eine körperliche Herausforderung gewesen. „Aber man hat Zeit, nachzudenken, zu reflektieren und Dinge zu verarbeiten.“