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Mehrere tausend Schüler demonstrieren gegen Wehrdienst

Von Sprechchören bis zu Plakaten: Tausende Berliner Jugendliche zeigen, was sie von Krieg und Wehrpflicht halten. Die Schulen wurden in der Zeit „bestreikt“ oder geschwänzt.

Von dpa

05.03.2026

Mehrere tausend Schüler und Schülerinnen demonstrieren in Berlin gegen das neue Wehrdienstgesetz. Christoph Soeder/dpa

Mehrere tausend Schüler und Schülerinnen demonstrieren in Berlin gegen das neue Wehrdienstgesetz. Christoph Soeder/dpa

© Christoph Soeder/dpa

Mehrere tausend Berliner Schüler und Schülerinnen haben gegen den neuen Wehrdienst und eine mögliche Wehrpflicht demonstriert. Sie versammelten sich am Vormittag am Potsdamer Platz und liefen zum Oranienplatz in Kreuzberg. Zur Teilnahme an der Demonstration im Rahmen eines „Schulstreiks“ mussten die Schüler den Unterricht schwänzen oder sich von den Eltern krankschreiben lassen.

Die Berliner Polizei sprach von 3000 Teilnehmern. Die Veranstalter nannten zunächst die Zahl 6.000 und später dann 10.000 Demonstranten in Berlin und mehr als 50.000 in ganz Deutschland. 

„Sterben steht nicht auf dem Stundenplan“

Auf Transparenten und Plakaten im Berliner Demonstrationszug stand: „Sterben steht nicht auf dem Stundenplan“, „Friedrich Merz an die Front“ und „Ein kluger Kopf passt unter keinen Stahlhelm“. Zu sehen waren auch Palästina-Flaggen, außerdem Fahnen von Parteien wie Die Linke und BSW sowie von kommunistischen Gruppen.

Die Berliner Demonstration gehörte zu Aktionen und Kundgebungen von Schülerinitiativen in ganz Deutschland, die sich gegen die Wehrpflicht richten. Schon im Dezember gab es Proteste. 

Sprechchöre gegen Wehrpflicht

In Sprechchören riefen die Jugendlichen: „Nie, nie, nie wieder Wehrpflicht“ und „Die Reichen wollen Krieg, die Jugend eine Zukunft“. Eine Rednerin rief: „Auf dem Schlachtfeld habe ich doch mehr gemeinsam mit den Menschen gegenüber als mit denen, die mich anweisen, auf sie zu schießen.“ 

Ein zehnjähriger Junge meinte: „Ich will nicht töten und ich will nicht getötet werden.“ Eine Oberstufenschülerin sagte: „Ich habe einen kleinen Bruder und ich will nicht, dass der in den Krieg geht.“ Ein 17-jähriger Schüler und sein 13-jähriger Bruder ließen sich für die Demonstration von ihren Eltern krankschreiben. 

Seit Anfang des Jahres ist das neue Gesetz zum Wehrdienst in Kraft. Derzeit ist der Dienst freiwillig. Finden sich nicht genügend Freiwillige, steht aber eine Reaktivierung der Wehrpflicht im Raum, die seit 2011 ausgesetzt ist. Deutschland reagiert damit auf die Bedrohung durch Russland und die in der Folge geänderten Nato-Ziele.

Berliner Schülerinnen und Schüler protestieren gegen Wehrpflicht. Christoph Soeder/dpa

Berliner Schülerinnen und Schüler protestieren gegen Wehrpflicht. Christoph Soeder/dpa

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An einer Demonstration in Berlin gegen die Wehrpflicht nehmen mehrere tausend Schüler und Schülerinnen teil. Christoph Soeder/dpa

An einer Demonstration in Berlin gegen die Wehrpflicht nehmen mehrere tausend Schüler und Schülerinnen teil. Christoph Soeder/dpa

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Tausende Schüler und Schülerinnen demonstrieren in Berlin gegen das neue Wehrdienstgesetz.Christoph Soeder/dpa

Tausende Schüler und Schülerinnen demonstrieren in Berlin gegen das neue Wehrdienstgesetz.Christoph Soeder/dpa

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