Mainz in Straßburg: der nächste „historische“ Schritt?
In der Bundesliga setzte es zuletzt einen Rückschlag für Mainz 05. Warum dies die Zuversicht vor dem Viertelfinal-Rückspiel bei Racing keinesfalls trübt - und der Manager schwärmt.
Mainzer Angreifer Phillip Tietz: wieder Torjubel geegen Straßburg? (Archivbild)Torsten Silz/dpa
© Torsten Silz/dpa
Die T-Shirts mit der Aufschrift „Mainzaaaaa international“ gibt es bereits zum Sonderpreis, sollen aber noch lange kein Auslaufmodell sein. Wild entschlossen will der FSV Mainz 05 das Rückspiel in der Conference League bei Racing Straßburg angehen und seine „historische Chance“, so Torhüter Daniel Batz, nutzen. „Ich rechne mit einem Feuerwerk der Gastgeber. Darauf müssen wir vorbereitet sein“, sagte Trainer Urs Fischer. „Wir werden alles daran setzen, dass morgen noch nicht Schluss ist.“
Nach dem so überzeugenden 2:0 im Hinspiel sind die Rheinhessen nur noch einen Schritt vom Halbfinale entfernt. Vor der Partie am Donnerstag (21.00 Uhr /RTL) beim Tabellenachten der französischen Ligue 1 im Stade de la Meinau, nur gut 200 Kilometer von der Mainzer Arena entfernt, ist die Zuversicht groß beim Bundesliga-Neunten.
„Mit breiter Brust“
„Wir müssen mutig sein. Wir haben noch nichts erreicht. Wir haben die erste Hälfte der Partie gespielt und jetzt fahren wir mit breiter Brust nach Straßburg“, sagte Batz im SWR-Interview und kündigte an: „Wir haben keine Angst. Wir wollen nicht auf Ergebnis Halten spielen, sondern wir wollen das Spiel gewinnen.“
Armindo Sieb: Stellt Mainz Racing Straßburg wieder in den Schatten? (Archivbild)Torsten Silz/dpa
© Torsten Silz/dpa
Auch der Einzug unter die vier Besten, wo wahrscheinlich die Spanier von Rayo Vallecano (3:0 gegen AEK Athen) warten würden, wäre ein Novum in der Mainzer Vereinsgeschichte. Das 0:1 am Sonntag gegen den SC Freiburg hat die Stimmung in Fischers Mannschaft kaum getrübt. „Das wirft uns nicht aus der Bahn – wie die anderen Niederlagen auch nicht. Also wir wissen, dass wir einen sehr, sehr guten Lauf haben“, erklärte Sportdirektor Niko Bungert.
Abstiegskampf fast erledigt
Zu stabil traten die Nullfünfer zuletzt auf. Der Abstiegskampf ist zwar weiterhin nicht endgültig abgehakt, aber große Sorgen müssen sie sich nicht mehr machen. „Ich bin sehr guter Dinge: Wir setzen alles daran, dass wir da gewinnen werden“, sagte Phillip Tietz vor der „sehr attraktiven Aufgabe“ (Bungert) in Straßburg.
Auch die Doppelbelastung im Saisonendspurt nimmt der Ex-Augsburger Angreifer gelassen hin. „Ich kann mir nichts Besseres vorstellen, als alle drei, vier, fünf Tage zu spielen. Als wir auf dem Bolzplatz angefangen haben, waren wir acht Stunden dort“, erklärte Tietz. „Man bekommt es auch mal hin, dass man ein paar englische Wochen hat. Als Fußballer gibt es nichts Schöneres als englische Wochen.“
Nicht nur Hoffnungsträger Amiri zurück
Was den Mainzern zusätzlich Mut macht: Am Wochenende gaben Nationalspieler Nadiem Amiri und ausgerechnet Anthony Caci ihr Comeback. Der Abwehrspieler trug einst elf Jahre lang in der Jugend, zweiten und ersten Mannschaft das Trikot von Racing.
„Ich bin sehr, sehr froh, dass sich die Reihe der Verletztenliste langsam lichtet“, sagte Bungert auch mit Blick auf Stefan Bell, Robin Zentner und Andreas Hanche-Olsen, die bisher noch außen vor waren. „Da tut sich einiges und das kann uns im Endspurt vielleicht noch mal guttun.“
Auch deshalb träumen die Mainzer, die nach der Trennung von Fischers Vorgänger Bo Henriksen Anfang Dezember noch Bundesliga-Letzter waren, vom Conference-League-Finale am 27. Mai in Leipzig.
„Dass wir im Viertelfinale eines europäischen Wettbewerbs stehen, ist für diesen Club und die Stadt schon etwas sehr Außergewöhnliches“, sagte Sportvorstand Christian Heidel im RTL/ntv-Interview. Als die Conference League erfunden wurde, habe er gesagt: „Was soll das jetzt wieder? Das wird niemanden interessieren.“
Er sei ein kompletter Gegner gewesen - „aber ich muss Abbitte leisten. Jetzt, nachdem wir selber mitgespielt haben, finde ich das überragend. Wir schimpfen immer alle sehr gerne auf die UEFA und FIFA, aber dieser Wettbewerb ist ein absoluter Volltreffer“, so Heidel.