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Magdeburg bundesweit vorn bei Hausärztinnen

Eine neue Statistik zeigt, wie es um die Ärztinnen und Ärzte in Deutschland bestellt ist. Wo gibt es wie viele? Und wo liegt der Frauenanteil?

Von dpa

12.03.2026

Eine Hausärztin untersucht einen Patienten mit einem Stethoskop. (Archivbild)Maurizio Gambarini/dpa

Eine Hausärztin untersucht einen Patienten mit einem Stethoskop. (Archivbild)Maurizio Gambarini/dpa

© Maurizio Gambarini/dpa

Nirgendwo in Deutschland ist der Frauenanteil bei den Hausärzten so hoch wie in Magdeburg. Hausärztinnen haben in der Landeshauptstadt einen Anteil von 77,5 Prozent, wie aus einer Auswertung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hervorgeht. Auf Magdeburg folgen in den Top 3 der Ilm-Kreis (76,2 Prozent) und das Altenburger Land (74,1 Prozent) in Thüringen. 

In Sachsen-Anhalt insgesamt liegt der Anteil der Ärztinnen bei 58,7 Prozent und damit im bundesweiten Vergleich recht hoch. Berlin hat den höchsten Ärztinnen-Anteil mit 60,2 Prozent, gefolgt von Hamburg und Sachsen mit je 58,9 Prozent. Schlusslicht ist das Saarland mit 47,5 Prozent.

Platz 4 bei der Hausarztdichte

Beim bundesweiten Vergleich der Hausarztdichte liegt Sachsen-Anhalt mit 71 Medizinerinnen und Medizinern je 100.000 Einwohner auf Platz 4 hinter Mecklenburg-Vorpommern (77), Hamburg (73) und Berlin (72). Die bundesweit geringste Hausarztdichte hat der Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe. Betrachtet wurden die 17 Regionen der Kassenärztlichen Vereinigungen, das sind die 15 Länder und Nordrhein-Westfalen mit zwei KV-Regionen. 

Auf 100.000 Einwohner kommen laut der Statistik in Sachsen-Anhalt 217 Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und -therapeuten. 2024 waren es 210 je 100.000 Einwohner, 2023 noch 203.

Deutsche Stiftung Patientenschutz will Steuerung der Praxen

Aus Sicht der Deutschen Stiftung Patientenschutz zeigen die aktuellen Fakten, dass mehr Ärztinnen und Ärzte im System die Versorgungslücke nicht schließen können. Die Teilzeitquote steige. Zugleich schwinde das Interesse an einer Freiberuflichkeit. 

„Zudem gibt es in Sachsen-Anhalt immer noch eine ungleiche regionale Verteilung der niedergelassenen Ärzteschaft. Eine Steuerung der Arztpraxen wäre jetzt angezeigt“, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch. Die geplante Erst-Hausarzt-Pflicht sei aber keine Antwort auf die Stadt-Land-Unterschiede.

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