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Luxemburger Nachfahren treffen Diezer erstmals am Gedenkort

Mehr als 16 Luxemburger wurden in Diez im Zweiten Weltkrieg erschossen. Nun treffen ihre Nachfahren erstmals auf Menschen aus der Stadt – eine Begegnung mit viel Bedeutung.

Von dpa

19.09.2026

Angehörige und Anwohner gedenken 16 jungen Luxemburgern, im Widerstand gegen Nazi-Deutschland vor 82 Jahren in Diez erschossen wurden.Thomas Frey/dpa

Angehörige und Anwohner gedenken 16 jungen Luxemburgern, im Widerstand gegen Nazi-Deutschland vor 82 Jahren in Diez erschossen wurden.Thomas Frey/dpa

© Thomas Frey/dpa

Fast 30 Jahre nach dem Beginn einer privaten Initiative zur Erinnerung an 16 im Zweiten Weltkrieg in Diez erschossene Luxemburger sind deren Nachfahren erstmals mit Menschen aus der Stadt zusammengekommen. Die Familien der Opfer reisten dafür aus Luxemburg für eine Gedenkfeier nach Diez, wie die Kulturstiftung Diez im Rhein-Lahn-Kreis mitteilte. Eine gemeinsame Gedenkfeier hatte es zuvor nicht gegeben.

Nach Angaben der Kulturstiftung waren die 16 jungen Luxemburger in Diez hingerichtet worden, nachdem sie sich geweigert hatten, für die deutsche Wehrmacht zu kämpfen. Über Jahrzehnte gerieten die Männer und ihr Schicksal weitgehend in Vergessenheit. Vor fast 30 Jahren machten Diezer Bürger auf das Schicksal der Opfer aufmerksam.

Der Kulturstiftung zufolge warfen die Bürger der Stadt vor, die Erinnerung an die Ermordeten verdrängt zu haben. Während noch darüber diskutiert wurde, ob und wo eine Gedenkplakette angebracht werden sollte, schufen zwei Diezer ein digitales Denkmal. Die damals neuartige Internetseite mit historischen Quellen ist bis heute abrufbar.

Das Denkmal des Engels soll an die Opfer erinnern. Thomas Frey/dpa

Das Denkmal des Engels soll an die Opfer erinnern. Thomas Frey/dpa

© Thomas Frey/dpa

Nicht mehr nur „der Hinrichtungsort unseres Großonkels“ 

Nun ist aus der Erinnerung eine persönliche Begegnung geworden, wie die Stiftung mitteilte. Für einige Nachfahren sei Diez bislang vor allem „der Hinrichtungsort unseres Großonkels“ oder „der fremde deutsche Ortsname auf dem Grabstein“ gewesen.

Anlass der Begegnung war nach Angaben der Kulturstiftung unter anderem die Enthüllung eines restaurierten Engels im Ruhepark Robert Heck, der an die NS-Opfer erinnern soll. „Doch unser kleiner Erinnerungsengel wurde zum Anlass für eine europäische Gedenkfeier“, sagte der Vorsitzende der Kulturstiftung Diez, Georg Pick, laut Mitteilung. Auch das Musée National d’Histoire Militaire Luxembourg war vertreten.

Pick zufolge ist aus dem früheren Hinrichtungsort damit ein Ort der Begegnung zwischen Nachfahren und heutigen Diezern sowie zwischen Luxemburg und Deutschland geworden. Die Feier zeige die europäische Bedeutung des Erinnerungsortes, sagte der Kunsthistoriker.

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