Kühlungsborn will Villa Baltic ohne Investor sanieren
Die Kühlungsborner Villa Baltic steht in absoluter Topp-Lage schon lange leer. Über die Pläne für das Gebäude diskutieren Stadt und Eigentümer schon lange. Nun will die Stadt übernehmen.
Seit 35 Jahren steht die historische Villa Baltic in Kühlungsborn leer und verfällt. (Archivbild)Bernd Wüstneck/dpa
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Nach längerem Hin und Her will Kühlungsborn selbst die seit Jahrzehnten leerstehende historische Villa Baltic in bester Lage sanieren. Die Verwaltung des Ostseebades schlägt dafür den Kauf des Gebäudes vor. Der zuletzt verfolgte Plan, nach dem ein Investor die Villa saniert und mit einem Hotelneubau an der Strandpromenade direkt daneben refinanziert, ist laut Stadtverwaltung gescheitert.
„Der Investor hat sehr gute Planungsarbeit geleistet“, wurde Bürgermeisterin Olivia Arndt in einer Mitteilung zitiert. „Die Rahmenbedingungen des Erwerbs eines Grundstücksteils für den geplanten Hotelneubau, mit dem er die Revitalisierung der Villa Baltic über die Förderungen hinaus finanzieren wollte, konnten jedoch nicht einvernehmlich geklärt werden.“
Quartier samt neuem Rathaus geplant
Die Stadt will die Villa nun in Eigenregie sanieren. Zusammen mit geplanten Neubauten in der Nachbarschaft soll das Quartier öffentlich genutzt werden, etwa für Gastronomie, Veranstaltungen, Standesamt und ein Stadtmuseum. Der Neubau eines Rathauses soll die Verwaltung bündeln. Ebenso sind ein Parkdeck und Flächen für Geschäfte und Arztpraxen vorgesehen. Die Gesamtkosten gibt die Verwaltung mit gut 32 Millionen Euro an.
Davon könnte die Stadt nach eigenen Angaben zwei Drittel über Förderprogramme des Bundes und des Landes abdecken. Die Verwaltung will der Stadtvertretung am Dienstag zwei Beschlussvorlagen vorlegen, mit denen sie den geplanten Weg freimachen könnte.
2019 hatten die Brüder und Projektentwickler Jan und Berend Aschenbeck die Villa gekauft. Nach Ablehnung ihrer Pläne hatte die Stadt zeitweise wieder Entgegenkommen signalisiert. Im November hatten Jan und Berend Aschenbeck in einem Schreiben auf ihrer Website jedoch kritisiert, dass mehrere Monate lang keine konkreten Schritte gegangen worden seien.