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Krankenkasse: Mehr Schlafprobleme bei jungen Menschen in MV

Schlaflos durch Stress, fehlende Routinen und das Handy: In MV ist die Zahl junger Menschen mit diagnostizierter Schlafstörung einer Krankenkasse zufolge gewachsen. Was hilft dagegen?

Von dpa

25.03.2026

Mit dem Handy im Bett - das ist unter Umständen keine gute Idee und kann Schlafprobleme begünstigen. (Symbolbild)Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Mit dem Handy im Bett - das ist unter Umständen keine gute Idee und kann Schlafprobleme begünstigen. (Symbolbild)Sebastian Christoph Gollnow/dpa

© Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Die Zahl Jugendlicher und junger Erwachsener mit einer ärztlich diagnostizierten Schlafstörung hat sich nach Angaben der Krankenkasse Barmer in Mecklenburg-Vorpommern in zurückliegenden Jahren nahezu verdoppelt. Laut der Auswertung von Versichertendaten stieg die Anzahl der 10- bis 19-Jährigen mit entsprechender Diagnose zwischen 2010 und 2024 von rund 860 auf mehr als 1.650. Zu den häufigsten Auslösern gehören laut Barmer Stress, Angst, unregelmäßige Schlafenszeiten oder die Nutzung elektronischer Geräte vor dem Schlafengehen.

„Schlafstörungen können langfristig die körperliche und geistige Entwicklung von Kindern und Jugendlichen negativ beeinflussen“, warnte Henning Kutzbach, Landesgeschäftsführer der Barmer. Dies könne sich in einem höheren Risiko für psychische Störungen und in schlechteren Schulleistungen niederschlagen. Wenn Schlafstörungen wenigstens dreimal die Woche über einen Zeitraum von mehr als vier Wochen aufträten, sei ein Arzttermin ratsam. Die Dunkelziffer der Betroffenen ist nach Aussage einer Barmer-Sprecherin höher, da nicht alle auch zum Arzt gingen.

Rituale können Schlaf verbessern

Beim Ein- und Durchschlafen können laut Barmer feste Schlafenszeiten helfen, aber auch ein mindestens einstündiger Verzicht auf die Nutzung von Handy, Tablet und ähnlichen Geräten vor dem Schlafengehen. Auch Rituale, etwa Lesen, warme Duschen oder leise Musik könnten helfen. Zudem sollte das Schlafzimmer dunkel, ruhig, gut belüftet und nicht zu warm sein. Auch regelmäßige Bewegung fördere guten Schlaf, aber kein intensiver Sport direkt vor dem Zubettgehen.

Grundlage der Auswertung sind laut Barmer anonymisierte Versichertendaten aus den Jahren 2010 bis 2024. Für Mecklenburg-Vorpommern flossen demnach Daten von rund 268.000 Versicherten ein. Davon waren den Angaben zufolge mit Stand 2024 knapp 43.000 unter 20 Jahren. Die Zahlen wurden anhand der Bevölkerungszahlen des Statistischen Bundesamts hochgerechnet.