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Krankenkasse: Mehr Angststörungen bei Mädchen in MV

Hoher Druck, soziale Ängste: Im Nordosten werden mehr Jugendliche als früher mit Angststörungen behandelt. Vor allem Mädchen sind laut einem neuen Bericht der Krankenkasse DAK betroffen. Warum?

Von dpa

14.03.2026

72 von 1.000 jugendlichen Mädchen werden laut Report mit einer Angststörung behandelt. (Symbolbild)Fabian Sommer/dpa

72 von 1.000 jugendlichen Mädchen werden laut Report mit einer Angststörung behandelt. (Symbolbild)Fabian Sommer/dpa

© Fabian Sommer/dpa

Mehr Kinder und Jugendliche als vor der Corona-Pandemie haben im Nordosten einem Bericht der DAK-Krankenkasse zufolge eine diagnostizierte Angststörung. Besonders Mädchen seien betroffen, teilte die Kasse mit. Demnach waren 72 von 1.000 DAK-versicherten Mädchen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren 2024 mit einer Angststörung in Behandlung. Das seien 36 Prozent mehr als 2019. Am häufigsten seien Phobien und Panikstörungen gewesen.

Auch andere psychische Erkrankungen wie Depressionen und Essstörungen seien seit der Pandemie auf einem hohen Niveau. „Wer als Kind oder Jugendlicher psychisch erkrankt, ist auch als erwachsene Person psychisch stärker gefährdet als andere“, heißt es in dem Bericht.

Laut Krankenkasse wurden für den Report die ambulanten und stationären Abrechnungsdaten von rund 24.200 minderjährigen DAK-Versicherten in Mecklenburg-Vorpommern mit Fokus auf Angststörungen, Depressionen und Essstörungen ausgewertet. Insgesamt sind in MV demnach 160.000 Menschen bei der Kasse versichert.

Teenager leiden unter anhaltenden Krisen

„Psychische Erkrankungen, insbesondere bei jugendlichen Mädchen, bleiben in MV ein Problem“, sagte der DAK-Landeschef in MV, Andreas Mirwald, laut Mitteilung. „Wir leben in einer Zeit voller Krisen, in der es für Heranwachsende immer schwieriger wird, einen Platz zu finden.“ Die junge Generation müsse unterstützt werden, um nicht einen Teil von ihnen zu verlieren.

Essstörungen würden seit der Pandemie unverändert häufig auftreten und bewegten sich bei den betroffenen Kindern zunehmend im kritischen Bereich, sagte der Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum in Neubrandenburg, Sven Armbrust, laut Mitteilung. Es brauche einen politischen Rahmen für Prävention – etwa täglichen Frühsport in Kindergarten und Schule sowie ein gemeinsames Frühstück, „um Kindern Freude an Bewegung und vernünftigem Essen zu vermitteln“.