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Krankenhäuser warnen vor Folgen der Gesundheitsreform

Mit der Reform will die Bundesregierung im kommenden Jahr 16,3 Milliarden Euro einsparen. Einschnitte drohen auch in sächsischen Kliniken.

Von dpa

14.05.2026

Dem Klinikum Chemnitz würden nach eigenen Angaben durch die Gesundheitsreform 12 Millionen Euro fehlen. (Archivbild) Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Dem Klinikum Chemnitz würden nach eigenen Angaben durch die Gesundheitsreform 12 Millionen Euro fehlen. (Archivbild) Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

© Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Krankenhäuser in Sachsen sehen sich laut einem Medienbericht vor existenziellen Belastungen durch die geplante Gesundheitsreform im Bund. „Durch die schnelle Realisierung haben wir fast keine Handlungsmöglichkeiten“, sagte Martin Jonas, kaufmännischer Geschäftsführer im Klinikum Chemnitz, der „Sächsischen Zeitung“ und der „Leipziger Volkszeitung“. 

Die Kliniken seien schon über die Jahre kaputtgespart worden. „Das entzieht uns die Existenzgrundlage.“ Durch das neue Gesetz würden dem Klinikum Chemnitz nach ersten Berechnungen zusätzliche 12 Millionen Euro fehlen. Für 2027 drohe damit demnach insgesamt ein Verlust von 20 Millionen Euro.

Geplante Reform mit Ausgabenbremsen auch bei Kliniken

Das Bundeskabinett hatte Ende April die Gesundheitsreform auf den Weg gebracht, die die gesetzlichen Krankenkassen 2027 um 16,3 Milliarden Euro entlasten soll. Die Gesetzespläne sehen unter anderem Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken und in der Pharmabranche vor.

Elblandkliniken-Vorstand bezeichnet Vorhaben als Katastrophe

Auch die Elblandkliniken in Riesa, Radebeul, Meißen und Großenhain warnen vor finanziellen Einschnitten. „Dieses Gesetzesvorhaben ist eine Katastrophe“, sagte Vorstand Rainer Zugehör. 2027 könnten die Elblandkliniken die Belastung durch das Gesetz noch irgendwie überstehen. „Aber ab 2028 habe ich zurzeit keine Ahnung. Man kann solche Summen auch nicht einsparen, indem man zum Beispiel eine Abteilung schließt.“

Die Geschäftsführung des Leipziger Klinikums St. Georg blickt laut Bericht ebenfalls mit großer Sorge auf das Vorhaben von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU): „Die neuen gesetzlichen Vorgaben wirken wie eine Vollbremsung.“