Kirschen und Beeren: Wo gibt es sie zum Selbstpflücken?
Früchte direkt von Strauch und Baum? Das bieten viele Brandenburger Felder - sogar alte Beerensorten. Was Selbstpflücker beim Naschen beachten sollten und woher sie wissen, welches Obst reif ist.
Heidelbeeren haben im Juli Saison. (Symbolbild)Sebastian Christoph Gollnow/dpa
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Der Juli ist der Monat der Beeren: fast alle haben Saison. Heidelbeeren, Brombeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren - sogar die letzten Erdbeeren lassen sich laut des Verbandes Brandenburger Landpartie noch pflücken. Bereit zur Ernte sind natürlich auch Kirschen und die ersten Aprikosen, Mirabellen und Pflaumen.
Ein Glück, dass es in Brandenburg so einige Felder und Höfe gibt, wo sich das frische Obst direkt von Baum und Strauch pflücken lässt. Meist können Besucherinnen und Besucher vor Ort Körbchen zum Sammeln der Früchte bekommen - oder auch eigene Gefäße wie Kisten und Schüsseln mitbringen.
Woher weiß ich, wann welche Früchte reif sind?
Viele der Höfe haben Newsletter, in denen man nach einer Anmeldung über die aktuellen Pflückzeiten und den Reifegrad der Früchte informiert wird. Einige haben eigene Ernte-Hotlines geschaltet oder informieren auf ihren Webseiten, welches Obst gerade bereit ist, gepflückt zu werden.
Bezahlt wird die Ernte übrigens meist nach dem Pflücken und Wiegen für einen festgelegten Kilogrammpreis. Eigene mitgebrachte Gefäße wiegen die Obsthöfe vor dem Pflücken ab.
In Hofläden neben den Plantagen, können Besucherinnen und Besucher oft Selbstgemachtes oder Schon-Gepflücktes kaufen. Wer sich nach der anstrengenden Ernte noch ausruhen möchte, bekommt nicht selten auch eine Tasse Kaffee und ein Stück Obstkuchen dazu angeboten.
Wo kann ich meine Körbe füllen?
Die Obsthöfe liegen verteilt in ganz Brandenburg. In Werder (Havel) können Kirschen-Liebhaberinnen und -Liebhaber zum Beispiel auf dem Obsthof Lindicke helle und dunkle Knupperkirschen und Sauerkirschen direkt vom Baum pflücken. Auf dem Obstgut Marquardt im Havelland gibt es zum Pflücken am Wochenende noch Kaffee und Kuchen und jeden Sonntag Fischbrötchen und Räucherfisch.
Eine große Auswahl hat das Selbstpflückeparadies Elisenau im Kreis Barnim. Von Juni bis Oktober kann hier reifes Obst direkt vom Feld gepflückt werden, darunter Johannisbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren, Kirschen und Erdbeeren. Der Heidelbeergarten Kolzenburg bei Luckenwalde in Teltow-Fläming baut auf eine Fläche von 5.000 Quadratmetern Heidelbeeren an. Wer möchte, kann die Beeren selbst ernten - oder auch bereits gepflückte kaufen.
Bei Kultur und Beeren in Kremmen (Oberhavel) gibt es 20 verschiedene Beerensorten und dazu noch Wildobst und alte Obstsorten: neben Bekanntem auch Vergessenes wie die Jostabeere und Unbekanntes wie Maibeeren, Aronia, Loganbeere oder Taybeere. Auf Nachfrage können reife Beeren auch für zu Hause gepflückt werden. Auf dem Spargelhof Klaistow im Landkreis Potsdam-Mittelmark gibt es neben Spargel auch Erdbeeren und Heidelbeeren für Selbstpflücker.
Wie steht es ums Schnabulieren zwischendurch?
Das handhaben die Höfe und Feldbesitzerinnen und -besitzer ganz unterschiedlich. Deshalb: Am besten vorher gut informieren.
Während etwa der Heidelbeergarten Kolzenburg zur Anmeldung mahnt und warnt: „Diebstahl wird in jedem Fall zur Anzeige gebracht. Auch Mundraub ist Diebstahl“, geht es etwa bei Kultur und Beeren in Kremmen lockerer zu. „Wir freuen uns, wenn Sie durch die Beeren- und Wildobstreihen streifen, und hierbei das Probieren nicht vergessen“, heißt es auf deren Webseite. „Beeren frisch vom Strauch sind ein herrlicher Genuss.“ Doch Johannisbeeren und Co. für zu Hause sammeln geht hier erst nach Rücksprache.
In Klaistow gibt es ein noch anderes Konzept: Fürs Selbstpflücken etwa von Heidelbeeren gilt eine Eintrittspauschale von 6 Euro, darin enthalten sind 3 Euro Ernteguthaben pro Person und 3 Euro werden mit dem Kilopreis fürs Mitnehmen verrechnet. Und der Obsthof Lindecke hat eine Bitte: „Naschen ist erlaubt. Aber bitte in Maßen und kein Obst anbeißen und wegschmeißen!“