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Keine U-Bahnen und Busse - Warnstreik in Hamburg

Voraussichtlich alle U-Bahnen und ein Großteil der Busse bleiben am Montag wegen eines Warnstreiks in den Depots. Was Fahrgäste jetzt beachten müssen – und welche Verbindungen trotzdem fahren.

Von dpa

01.02.2026

Wegen eines Warnstreiks fahren am Montag voraussichtlich keine U-Bahnen. Auch der Busverkehr ist dann erheblich eingeschränkt. (Archivbild)Marcus Brandt/dpa

Wegen eines Warnstreiks fahren am Montag voraussichtlich keine U-Bahnen. Auch der Busverkehr ist dann erheblich eingeschränkt. (Archivbild)Marcus Brandt/dpa

© Marcus Brandt/dpa

Fahrgäste der Hamburger U-Bahnen und der meisten Busse müssen sich am Montag eine Alternative suchen. Wegen eines Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr rechnen die Hamburger Hochbahn und die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) „nicht damit (...) den Bus- und U-Bahn-Betrieb in Hamburg aufnehmen zu können“. Fahrgäste seien gebeten, auf nicht erforderliche Fahrten zu verzichten und gegebenenfalls auf andere Verkehrsangebote auszuweichen. Von dem 24-stündigen Warnstreik nicht betroffen seien die S-Bahn und die Hadag-Fähren.

Die rund 270.000 Hamburger Schülerinnen und Schüler müssen jedoch trotz des Warnstreiks ganz normal in den Unterricht. Die Streikankündigung der Gewerkschaft Verdi sei am vergangenen Freitag so rechtzeitig gekommen, „dass die Familien entsprechend planen können, das heißt gegebenenfalls Alternativen für den Schulweg und mehr Zeit einplanen“, sagte ein Sprecher der Schulbehörde der Deutschen Presse-Agentur. Wie immer gelte aber, dass Eltern ihr Kind vom Schulbesuch dann abmelden können, wenn der Schulweg ihres Kindes objektiv unzumutbar oder die Schule de facto nicht erreichbar sei.

Warnstreiks ab 03.00 Uhr

Die Warnstreiks bei der VHH und der Hamburger Hochbahn beginnen nach Gewerkschaftsangaben am Montag um 3:00 Uhr. Auch die Nachtbusse von Montag auf Dienstag seien vom Warnstreik betroffen. Am Morgen sei beim Busbetriebshof der Hochbahn in Harburg eine Kundgebung geplant. Von dort führe dann ein Demonstrationszug bis zum Harburger Rathausplatz, wo um 10.30 Uhr die gemeinsame Streikkundgebung der Beschäftigten von Hochbahn, VHH und aus dem öffentlichen Dienst der Länder stattfinde.

Der Aufruf zu dem Warnstreik stammt von der Gewerkschaft Verdi. Sie forderte auch die Beschäftigten mehrerer Betriebe im öffentlichen Dienst auf, die Arbeit niederzulegen. Dazu zählen laut Verdi Beschäftigte aus der TU Harburg, aus Bezirksämtern, Hamburg Service vor Ort, Landes- und Fachbehörden, Schulen, Feuerwehr, Landesbetrieben, Senat und Personalamt, Senatskanzlei, Datenschutz und Informationsfreiheit, Bürgerschaft und Rechnungshof.

Überdies werden wegen Instandhaltungsarbeiten im Citytunnel in Hamburg alle S-Bahnen zwischen Sonntag (23.00 Uhr) und Montag (3.00 Uhr) umgeleitet. Die Arbeiten im Citytunnel sind regelmäßig für das gesamte Jahr geplant, wie die Deutsche Bahn mitteilt. Wenn der Streik bei VHH und Hochbahn beginnt, fahren die S-Bahnen allerdings wieder regulär.

Verdi fordert für Hochbahn-Beschäftigte 7,5 Prozent mehr Lohn

Verdi fordert für die Hochbahn-Beschäftigten unter anderem eine Lohnsteigerung von 7,5 Prozent in Verbindung mit einer sozialen Komponente für die unteren Entgeltgruppen, die Erhöhung der Auszubildendenvergütung um 7,5 Prozent und die Einführung eines Mietkostenzuschusses in Höhe von 200 Euro pro Monat für Auszubildende. Auch die vollständige Kostenübernahme des Deutschlandtickets und eine Altersteilzeit seien Teil des Forderungspakets.

Bei der ersten Verhandlungsrunde am Freitag legten die Hochbahn-Arbeitgeber laut Verdi kein Angebot vor. Daneben wird derzeit bei der VHH ein neuer Manteltarifvertrag ausgehandelt. Zwei Verhandlungsrunden hätten dort bislang keine Einigung gebracht. Auch im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes der Länder sei in der zweiten Verhandlungsrunde lediglich eine Lohnsteigerung in Höhe der aktuellen Inflation und einen „Schnaps“ darüber in Aussicht gestellt worden. Die dritte Verhandlungsrunde ist vom 11. bis 13. Februar geplant.

Donnerstag nächster Warnstreik

Bereits am Donnerstag drohen weitere Einschränkungen. Für diesen Tag hat die Gewerkschaft Verdi alle Beschäftigten des öffentlichen Dienstes der Länder zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen, um ihren Forderungen nach sieben Prozent mehr Geld, mindestens aber 300 Euro mehr Nachdruck zu verleihen. Auf der geplanten Kundgebung wird als Redner der Verdi-Bundesvorsitzende und Verhandlungsführer Frank Werneke erwartet.

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