Kaum noch wilde Nandus im Norden – Jagd eingeschränkt
Die Nandus vom Ratzeburger See galten als einzige wildlebende Population in Europa. Sie vermehrten sich stark, bis schließlich die Jagd auf sie freigegeben wurde. Die Folgen sind drastisch.
Seit Nandus gejagt werden dürfen, hat ihre Zahl stark abgenommen. (Archivbild)Jens Büttner/dpa
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Vor nicht einmal zehn Jahren zogen Hunderte wilde Nandus über die Felder am Ratzeburger See an der Grenze von Mecklenburg-Vorpommern zu Schleswig-Holstein. In diesem Frühjahr sind nur noch 39 gezählt worden, weshalb die seit 2020 erlaubte Jagd auf die exotischen Tiere in MV eingeschränkt wird. Zuvor hatte der NDR darüber berichtet.
„Wir haben im Einvernehmen mit den Landwirten, dem Landkreis und den Jägerinnen und Jägern entschieden, die Jagd auf adulte Nandus auszusetzen, um den Bestand nicht weiter unter Druck zu setzen“, erklärte Umweltminister Till Backhaus (SPD). Das Ziel sei, die Zahl der Tiere in der Region nicht über 100 steigen zu lassen, aber auch nicht unter 50 sinken zu lassen.
Keine Ausrottung geplant
„Die Art soll bei uns nicht ausgelöscht werden“, betonte der Minister. „Sie soll sich aber auch nicht über den Landkreis Nordwestmecklenburg hinaus verbreiten.“
Nach einem starken Wachstum der Nandu-Population am Ratzeburger See beklagten sich Landwirte über Schäden durch die exotischen Tiere. (Archivbild)Jens Büttner/dpa
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Die Nandus vom Ratzeburger See stammen alle von einer Handvoll Tiere ab, die um die Jahrtausendwende aus einem Gehege entkommen waren. Sie vermehrten sich mangels natürlicher Feinde prächtig. Der norddeutsche Winter konnte ihnen nichts anhaben und gejagt wurden sie zunächst ebenfalls nicht.
Die Nandus sind scheu geworden
Ihren Höhepunkt erreichte die Population 2018 mit fast 600 Tieren. Landwirte beklagten immer lauter, dass ihnen die südamerikanischen Laufvögel den Raps abknabberten. Im Jahr darauf durften erste Nandus (Rhea americana) deshalb geschossen werden, noch ein Jahr später wurden die Exoten ins Jagdrecht aufgenommen. Nun sind kaum noch welche da.
Möglicherweise wurden bei der letzten Frühjahrszählung aber auch nicht alle entdeckt. Durch die Jagd seien die Tiere sehr scheu geworden und versteckten sich, so Backhaus. „Wir gehen daher von einer gewissen Dunkelziffer aus.“ Um ein genaueres Bild zu bekommen, sollen die Nandus im Herbst erneut gezählt werden. Danach soll entschieden werden, wie es mit der Bejagung weitergeht.