„Kann Geschichte schreiben“: Spaniens Oyarzabal trumpft auf
Erst kein Ballkontakt, dann zwei Tore, eine Vorlage: Oyarzabal erlebt gegen Saudi-Arabien eine unerwartete Wende. Was hinter der überraschenden Auswechslung steckt.
Mikel Oyarzabal traf doppelt, legte ein Tor vor.Erik S.Lesser/AP/dpa
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Von der Fehlbesetzung zum Matchwinner: Mikel Oyarzabal kann aus erster Reihe davon berichten, wie eine halbe Stunde das Leben verändern kann. War der spanische Nationalstürmer zum WM-Auftakt gegen Kap Verde noch das Sinnbild der Harmlosigkeit des Europameisters, so drehte sich das Bild beim 4:0 gegen Saudi-Arabien völlig.
„Erst hat er einen Rekord aufgestellt, weil er als erster Spieler der WM-Geschichte in den ersten 30 Minuten keinen Ballkontakt hatte“, referierte Nationaltrainer Luis de la Fuente. „Heute hat er in den ersten 30 Minuten zwei Tore geschossen und eine Vorlage geliefert. Ich bin überzeugt, er kann im spanischen Fußball Geschichte schreiben. Seine Zahlen sind beeindruckend.“
De la Fuente: Oyarzabal angeschlagen
Fast hätte es gegen die in der ersten Halbzeit hilflos unterlegenen Saudis sogar zu einem Hattrick gereicht. Doch die Latte verhinderte den dritten Treffer des 29-Jährigen von Real Sociedad. In der Halbzeit nahm ihn de la Fuente vom Platz und offenbarte eine kleinere Verletzung des Basken: „Wir können nicht alles erzählen, aber er hatte in den vergangenen Tagen ein paar Probleme. Er hat uns gesagt, dass er fit ist. Doch wir wollten ihm eine Pause geben.“
Dass Spanien nach der Herausnahme nur noch einmal per Eigentor des Gegners traf, könnte man auch dem Fehlen Oyarzabals zuschreiben. Seit Anfang 2025 war der Angreifer in 14 Länderspielen an 21 Toren beteiligt. Damit ist er auf einem Level mit Norwegens Erling Haaland.
Kritik „unfair“
Oyarzabal wurde folgerichtig zum Spieler des Spiels gewählt. Mit der Trophäe in der Hand verwies er im Stadion von Atlanta aber lieber auf die Mannschaft. „Wir haben ziemlich schnell getroffen, das war wichtig“, sagte Oyarzabal mit Blick auf das von ihm vorbereitete erste Tor von Lamine Yamal. „Letztlich versuche ich nur, dem Team zu helfen.“
Ein wenig hat wohl auch die Kritik nach dem ersten Spiel geholfen. „Niemand mag es, kritisiert zu werden. Die Spieler waren in ihrem Stolz verletzt“, sagte de la Fuente. „Es ist verrückt, diese Spieler infrage zu stellen. Wir sind seit 33 Spielen ungeschlagen. Man hat gute und schlechte Tage. Aber diese Generation zu bezweifeln, ist einfach unfair.“
Mikel Oyarzabal (r) und Lamine Yamal freuen sich über das 1:0.Erik S.Lesser/AP/dpa
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