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Kammer betont Bedeutung syrischer Apotheker für Thüringen

Ärzte, Apotheker, Pflegepersonal - viele Geflüchtete aus Syrien arbeiten im Thüringer Gesundheitswesen. Die Diskussion über deren Rückkehr in ihr Heimatland erfüllt Branchenvertreter mit Sorge.

Von dpa

20.04.2026

Ohne Fachkräfte aus Syrien ginge in mancher Apotheke nichts. (Illustration)Martin Schutt/dpa

Ohne Fachkräfte aus Syrien ginge in mancher Apotheke nichts. (Illustration)Martin Schutt/dpa

© Martin Schutt/dpa

Die Landesapothekerkammer befürchtet negative Folgen der Debatten über die Rückkehr syrischer Geflüchteter in ihr Heimatland für die Arzneimittelversorgung in Thüringen. „Wenn sich Kolleginnen und Kollegen für eine Rückkehr entscheiden, verdient das großen Respekt“, teilte Kammergeschäftsführer Danny Neidel mit. „Gleichzeitig müssen wir uns bewusst machen, dass jede einzelne Rückkehr für unser Versorgungssystem eine spürbare menschliche und fachliche Lücke bedeutet.“ Bereits jetzt stehe die Versorgungsstruktur im ländlichen Raum unter Druck.

Seit 2010 hätten 27 Orte ihre Apotheke verloren, häufig wegen fehlender Nachfolger. Andererseits hätten Pharmazeuten mit internationalem Hintergrund durch die Übernahme von Apotheken zur Stabilisierung der Versorgung beigetragen. 

Neidel zufolge sind 57 derzeit in Thüringen lebende Apotheker in Syrien geboren, das entspreche rund drei Prozent der hiesigen Pharmazeuten. Bei zahlreichen bereits in Apotheken tätigen Pharmazeuten und pharmazeutisch-technischem Personal laufe das berufliche Anerkennungsverfahren. 

Auch Ärztekammer kritisch

Bereits die Landesärztekammer hatte die Rückkehrdebatte mit Blick auf die vielen in Thüringen tätigen syrischen Ärzte kritisiert. In Thüringen arbeiteten zum Jahreswechsel 372 syrische Mediziner.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte vor wenigen Wochen nach einem Treffen mit dem syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa als Zielmarke genannt, dass in den nächsten drei Jahren 80 Prozent der mehr als 900.000 Syrer in Deutschland in ihr Heimatland zurückkehren sollten. Im Anschluss gab es jedoch widersprüchliche Angaben dazu, ob Merz oder al-Scharaa diese Zahl im Gespräch als Ziel genannt hatten.

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