Jörg Urban bleibt mit sinkendem Zuspruch AfD-Chef in Sachsen
Die sächsische AfD setzt auf personelle Kontinuität und macht Jörg Urban erneut zum Parteichef. Sei Ergebnis ist jedoch ein starker Dämpfer. Dennoch will er nächster Regierungschef in Sachsen werden.
Jörg Urban bleibt für weitere zwei Jahren Vorsitzender der sächsischen AfD.Sebastian Kahnert/dpa
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Jörg Urban bleibt für weitere zwei Jahre Parteichef der AfD in Sachsen. Der 61-Jährige wurde auf einem Landesparteitag in Löbau mit 76,5 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Das ist das schlechteste Ergebnis, das er seit Übernahme des Landesvorsitzes 2018 erreichte. Bei seiner letzten Wahl 2024 kam er auf gut 91 Prozent. Sein bislang schwächstes Ergebnis waren 87,5 Prozent im Jahr 2020 bei der ersten Wiederwahl.
Als Zweiter wurde Generalsekretär Jan Zwerg in den Vorstand gewählt. Er erhielt nur 66,1 Prozent.
Urban will 2029 als Spitzenkandidat zur Landtagswahl antreten
Urban nahm das Ergebnis äußerlich gelassen hin. „Das Ergebnis entspricht dem, was ich erwartet habe. Also, es ist in Ordnung, es ist ein stabiles Ergebnis, damit kann man arbeiten und die Mitglieder, die jetzt vielleicht ein bisschen das Vertrauen noch nicht haben, die gewinnen wir noch“, sagte er. Er wolle bei der Landtagswahl 2029 als Spitzenkandidat der AfD antreten. Bis dahin fließe „noch viel Wasser die Elbe runter“, versuchte er das Ergebnis zu relativieren.
„Man darf das nicht so dramatisch sehen. Wir sind unheimlich gewachsen in den letzten Jahren“, er könne mit dem Ergebnis sehr gut leben, betonte Urban. Amtsmüdigkeit verspüre er nicht. „Ich fühle mich motiviert wie noch nie und ich glaube, das geht den meisten unserer Mitglieder ganz genauso.“
Bundessprecher Chrupalla spricht von respektablem Ergebnis
AfD-Bundessprecher Tino Chrupalla wertete Urbans Abschneiden als „stabiles und respektables Ergebnis“. Ein Ergebnis von 76 Prozent sei kein Abstrafen.
Auf die Frage eines Journalisten, ob Urban damit an Rückenwind für die nächste Landtagswahl verliere, sagte er: „Also wir haben jetzt 2026, bis 2029 noch drei Jahre. Über das Thema reden wir heute noch nicht.“ Das werde man Ende 2027, Anfang 2028 machen. Chrupalla forderte von allen Mitgliedern Engagement: „Wer zünden will, muss brennen.“
Urban mahnt seine Partei zu Professionalität und Geschlossenheit
Urban, Diplomingenieur für Wasserbau, sitzt seit 2014 für die AfD im Landtag in Dresden, seit Oktober 2017 führt er die Fraktion. 2018 übernahm er erstmals den Vorsitz im sächsischen Landesverband, der aktuell knapp 4.300 Mitglieder hat.
Urban rief die Parteimitglieder zu Professionalität und Geschlossenheit auf. Nur so könne man „in diesen stürmischen Zeiten“ erfolgreich kämpfen. „Die Angriffe unserer Gegner werden zunehmen, je erfolgreicher wir sind.“
Chrupalla gibt Machtwechsel 2029 in Bund und Sachsen als Ziel aus
Chrupalla gab in seinem Grußwort an den Parteitag den Machtwechsel im Bund und in Sachsen für 2029 als Ziel aus. „Wir müssen uns aber auch weiterentwickeln von einer Oppositionspartei hin zu einer Regierungspartei. Das muss jetzt unsere Aufgabe sein und auch unser nächster Schritt.“
AfD-Bundessprecher Tino Chrupalla strebt für 2029 den Machtwechsel im Bund und in Sachsen an.Sebastian Kahnert/dpa
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Chrupalla: AfD muss ihren Wählern irgendwann Erfolge präsentieren
Die AfD sei nicht mehr die „Ein-Themen-Partei“, für die man sie vor Jahren noch gehalten habe - „teilweise zurecht“, sagte Chrupalla. Mittlerweile habe man in vielen Bereichen Fachkompetenzen dazugewonnen. „Wir müssen aber auch daran denken, dass wir unseren Wählern auch irgendwann Erfolge präsentieren müssen in Form von Regierung.“ 2029 habe man vielleicht in Sachsen die letzte Chance. „Ergreifen wir sie. Denn Chancen sind wie Sonnenaufgänge: Wer zu lange wartet, verpasst sie.“
Chrupalla äußerte sich auch zum Iran-Krieg und seinen Auswirkungen. Er lobte Spanien, weil das Land seine Basen für den Iran-Krieg gesperrt hat. „Und genau das ist richtig. Spanien mischt sich in diesen Krieg nicht ein“, sagte er. Chrupalla verwies auf das Grundsatzprogramm der AfD mit dem Ziel, alle noch auf deutschen Boden alliierten Truppen abzuziehen. Namentlich nannte er die US-Truppen, wofür er viel Beifall erhielt.
Die Wahl des Landesvorstandes dauerte am Nachmittag an. Zu den drei Vize-Landesvorsitzenden wurden die Landtagsabgeordneten Martina Jost, Ferdinand Wiedeburg und Sebastian Wippel gewählt.
Urban rief die Parteimitglieder zu Professionalität und Geschlossenheit auf. Sebastian Kahnert/dpa
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Die Delegierten des sächsischen AfD-Parteitages verpassen ihrer Führungsspitze einen Dämpfer.Sebastian Kahnert/dpa
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