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Immobilien: Haus und Wohnung teurer, Grundstücke billiger

Der Kauf von Haus oder Wohnung ist für die meisten Menschen die größte Investition ihres Lebens. Der Irankrieg und der deswegen erwartete Anstieg der Inflation könnte das noch schwieriger machen.

Von dpa

18.03.2026

Die Hornschuchpromenade in Fürth - der laut IVD Süd für Wohnungsinteressenten günstigsten großen Stadt in Bayern. (Archiv)Daniel Karmann/dpa

Die Hornschuchpromenade in Fürth - der laut IVD Süd für Wohnungsinteressenten günstigsten großen Stadt in Bayern. (Archiv)Daniel Karmann/dpa

© Daniel Karmann/dpa

Häuser und Wohnungen in Bayern sind seit vergangenem Herbst etwas teurer geworden. Verglichen mit den Boomjahren vor der Corona-Pandemie war der Preisanstieg allerdings gemäßigt: Ein frei stehendes Einfamilienhaus kostet demnach im landesweiten Schnitt in diesem Frühjahr 843.000 Euro und ist damit 0,6 Prozent teurer als im vergangenen Herbst. 

Eine bereits bestehende Eigentumswohnung - Neubauten nicht eingerechnet - schlägt durchschnittlich mit 4.180 Euro je Quadratmeter zu Buche, ein halbes Prozent mehr als vor einem halben Jahr, wie der Immobilienverband Deutschland Süd in München weiter mitteilte. Baugrund dagegen ist billiger geworden: Ein Quadratmeter Grundstück kostete im Mittel demnach 875 Euro, 1,1 Prozent weniger. 

Finanzierung für viele eine Hürde

„Die teilweise deutlichen Preisrückgänge der vorangegangenen Jahre sind schrittweise in eine Phase stabiler Preise mit punktuell leicht steigenden Tendenzen übergegangen“, sagte Stephan Kippes, der Leiter des IVD-Marktforschungsinstituts. 

Eine Hürde für viele Interessenten sind demnach nach wie vor die Kreditzinsen - und der Irankrieg könnte die Finanzierung noch schwieriger machen: „Nach Analysen von Finanzierungsvermittlern sind die Effektivzinsen für zehnjährige Immobilienkredite inzwischen wieder über die Marke von vier Prozent gestiegen“, sagte Kippes. „Sollte sich dieser Trend fortsetzen, besteht die Gefahr, dass die gerade einsetzende Belebung am Wohnimmobilienmarkt wieder an Dynamik verliert.“

Die Preisentwicklung im vergangenen Jahr verlief wie üblich nach Art der Immobilie und Region ganz unterschiedlich. So legten Preise für bestehende Eigentumswohnungen in den bayerischen Mittelstädten mit einem Anstieg von 1,0 Prozent sogar etwas schneller zu als in den Großstädten, wo die Teuerung laut Immobilienverband bei 0,7 Prozent lag. 

Eine große Rolle spielen demnach auch Heizung und Isolierung: Während gut gelegene und qualitativ hochwertige Immobilien laut IVD Süd weiterhin stabile bis leicht steigende Preise erzielen, müssen die Eigentümer älterer Immobilien mit Modernisierungsbedarf oder schlechter Energiebilanz teilweise von ihren ursprünglichen Preisvorstellungen abrücken und ihre Objekte günstiger verkaufen.

Günstiges Fürth

Am gewohnten innerbayerischen Preisgefälle hat sich nichts geändert: In München gibt es quasi keine günstigen Immobilien, knapp 98 Prozent der angebotenen Eigentumswohnungen (Bestand) kosten in diesem Frühjahr mehr als 5.000 Euro je Quadratmeter. In Fürth hingegen waren knapp zwei Drittel (63 Prozent) der angebotenen Wohnungen für weniger als 4.000 Euro/Quadratmeter zu haben. Teuerste Mittelstadt ist Rosenheim, wo die Verkäufer für über zwei Drittel (68 Prozent) aller angebotenen Wohnungen mehr als 4.500 Euro pro Quadratmeter verlangten.

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