Höcke: Mehr Durchgriffsrechte der Polizei für „Remigration“
Thüringens AfD-Chef Björn Höcke will der Polizei mehr Durchgriffsrechte geben, um die Remigrationspläne seiner Partei umzusetzen. Auch Umstrukturierungen schweben der AfD vor.
Thüringens AfD-Fraktionschef Björn Höcke will nach eigenen Worten die Polizei ertüchtigen.Martin Schutt/dpa
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Thüringens AfD-Landespartei- und Fraktionschef Björn Höcke hält zur Umsetzung der Remigrationspläne seiner Partei mehr Durchgriffsrechte für die Polizei für notwendig. In diesem Politikfeld müssten Entscheidungen getroffen werden, „wie wir beispielsweise unsere Polizei ertüchtigen“, sagte der 54-Jährige bei einer Pressekonferenz seiner Fraktion im Thüringer Landtag.
„Wir müssen die Durchgriffsrechte der Polizei sicherlich erhöhen.“ Details nannte Höcke nicht. „Wir wissen, dass das nicht angenehm ist, einen Menschen, der illegal in Deutschland ist und dessen Aufenthaltsstatus beendet wurde, im Zweifel dann in der letzten Instanz eines Gerichtsverfahrens, diesen Menschen außer Landes zu schaffen“, sagte er.
Höcke bezog sich auf ein Remigrations-Papier der Thüringer AfD-Fraktion. Darin heißt es: „Zur Durchsetzung des Rechts im Bereich der Abschiebung und Rückführung werden wir die „Zentrale Schubeinheit“ der Thüringer Polizei stärken und zu einer materiell und personell gestärkten Sondereinheit „Abschiebung“ umstrukturieren, um das „Untertauchen“ abzuschiebender Personen zu verhindern.“
Der Begriff „Remigration“ stammt ursprünglich aus der Migrationsforschung. Wenn Rechtsextremisten ihn verwenden, meinen sie in der Regel, dass eine große Zahl von Menschen ausländischer Herkunft das Land verlassen soll, auch unter Zwang. Die AfD verwendet den Begriff auch. In Stellungnahmen der Partei zu dem Thema wird aber betont, dass es dabei nicht um deutsche Staatsbürger gehe, sondern nur um eine „gesetzeskonforme Rückführung“ ausreisepflichtiger Ausländer.
Höcke spricht erneut von der „wohltemperierten Grausamkeit“
Anlass für Höckes Äußerungen war die Frage eines Journalisten, was er von den Aussagen seines Parteikollegen in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, zur geplanten Ansiedelung einer Rüstungsfabrik in dem Bundesland hält. Siegmund hatte auf die Frage eines Journalisten nach der geplanten Ansiedlung eines Rüstungskonzerns geantwortet: „Wir verteufeln nicht pauschal Produktion von Rüstungsgütern, weil wir bei (der) späteren Remigrations- und Abschiebeoffensive natürlich auch entsprechende Hilfsmittel brauchen. Natürlich auch im Sinne der inneren Sicherheit, der eigenen Stabilität und auch der Landesverteidigung.“
Höcke sagte nun, Siegmund sei wohl missverstanden worden. Höcke sprach von einer „wohltemperierten Grausamkeit“. Die Formulierung hatte er schon einmal in seinem Buch verwendet. „Der Rechtsstaat muss eben manchmal auch – im Rahmen der Gesetze – etwas tun, was man so einordnen kann“, sagte der Thüringer AfD-Chef nun. Das tue er nicht aus Übermut, sondern als ultima ratio. „Und dazu braucht man natürlich eine entsprechende Ausrüstung.“
Als Beispiel führte Höcke „den finalen Schuss“ der Polizei an, um Geiseln zu schützen, wie er sagte. „Wenn die Gesetzeslage so ist, dann muss man die Polizei natürlich auch so ausstatten, dass nach allen Abwägungen die Polizei dann diese Maßnahme auch ergreifen kann, wenn es nicht anders geht“, sagte Höcke.