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Hessens Kommunen warnen vor Finanzlücken im Rettungsdienst

Steigende Kosten, Fachkräftemangel und neue Reformen setzen Hessens Rettungsdienste unter Druck. Was die Städte und Landkreise jetzt von Bund und Land fordern.

Von dpa

02.10.2026

Hessens Städte- und Landkreistag sehen durch die geplante Reform der Notfallversorgung die Finanzierung des Rettungsdienstes in Gefahr. (Symbolbild)Bernd Weißbrod/dpa

Hessens Städte- und Landkreistag sehen durch die geplante Reform der Notfallversorgung die Finanzierung des Rettungsdienstes in Gefahr. (Symbolbild)Bernd Weißbrod/dpa

© Bernd Weißbrod/dpa

Der Hessische Städtetag und der Hessische Landkreistag mahnen angesichts der geplanten Reform der Notfallversorgung eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung des Rettungsdienstes an. „Die vorgesehene Ausgabenbegrenzung und Reformmaßnahmen gefährden die Leistungsfähigkeit der notfallmedizinischen Versorgung, die Daseinsvorsorge und den Bevölkerungsschutz“, sagten der Präsident des Hessischen Städtetages, Fuldas Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld, und der Präsident des Hessischen Landkreistages, Landrat Bernd Woide, laut Mitteilung. 

Zugleich warnten die kommunalen Spitzenverbände vor neuen finanziellen Lücken infolge der Gesundheitsreform und des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes. Die Kommunen sind die Träger des gesetzlichen Rettungsdienstes und für dessen Organisation und Sicherstellung vor Ort verantwortlich.

Belastungen nehmen zu

Der Rettungsdienst sei keine reduzierbare Leistung, betonten die Verbände. Bereits heute bestehe wirtschaftlicher, personeller und organisatorischer Druck. „Strukturelle Kostenzuwächse resultieren nicht aus mangelnder Effizienz, sondern aus realen Herausforderungen der Versorgung“, erklärten sie. Unter anderem Fachkräftemangel, Tarifsteigerungen, höhere Sachkosten und steigende Einsatzzahlen führten zu wachsenden Belastungen. 

Städte und Landkreise legten zwar eine notwendige Vorhaltung fest, sodass
Personal, Fahrzeuge, Wachen und Infrastruktur gebunden werden. Gleichzeitig
stiegen Tarife, Arbeitszeit, Energie, Mieten und Notarztkosten. „Wenn
der Steigerungsrahmen an der Grundlohnsumme orientiert wird, ist die
Folge eine Unterdeckung oder Kostenverlagerung auf die Städte sowie
Landkreise.“

„Unterfinanzierung gefährdet Versorgung“

Eine Unterfinanzierung gefährde jede Versorgung, sagte Woide. „Ohne
vollständige Refinanzierung drohen Personalverlust, Besetzungsprobleme,
höhere Krankenstände, Investitionsstau und Lösungen auf Kostenseite.“ Bund
und Land seien „gemeinsam mit den Kostenträgern aufgefordert, verlässliche
Finanzierungsrahmen zu schaffen und gemeinsam eine robuste, zukunftsfähige
Rettungsdienstlandschaft sicherzustellen“, erklärte Wingenfeld.

Der Verbände fordern unter anderem keine neuen Anforderungen ohne gesicherte Refinanzierung, belastbare Kostenfolgeabschätzungen und verlässliche Finanzierungszusagen sowie langfristige Planungssicherheit für Investitionen und Personalentwicklung.