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Handwerksklima in MV auf niedrigstem Stand seit 2022

Hohe Kosten und verunsicherte Betriebe setzen das Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern unter Druck. Warum viele Unternehmen derzeit bei Investitionen zurückhaltend sind.

Von dpa

13.10.2026

Die Handwerkskammern bezeichnen die wirtschaftliche Lage der Betriebe in MV als fragil. (Symbolbild)Bernd Wüstneck/dpa

Die Handwerkskammern bezeichnen die wirtschaftliche Lage der Betriebe in MV als fragil. (Symbolbild)Bernd Wüstneck/dpa

© Bernd Wüstneck/dpa

Die wirtschaftliche Entwicklung des Handwerks in Mecklenburg-Vorpommern bleibt fragil. Das geht aus der landesweiten Konjunkturumfrage der Handwerkskammern Ostmecklenburg-Vorpommern und Schwerin hervor, die am Mittag vorgestellt wurde.

So ist der Geschäftsklimaindex mit 98,2 Punkten (der höchstmögliche Wert liegt bei 200) auf den niedrigsten Wert seit 2022 gefallen. „Hohe Material- und Energiekosten sowie die auf annähernd 43 Prozent gestiegenen Lohnzusatzkosten belasten die kleinen und mittleren Betriebe enorm“, sagte Jens-Uwe Hopf, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern.

Jeder zweite Betrieb plant keine Investitionen

Annähernd 80 Prozent aller befragten Unternehmen würden gestiegene Einkaufspreise melden. Hopf: „Der Fakt, dass jeder zweite Betrieb keine Investitionen plant, belegt einmal mehr die Verunsicherung der Betriebe. Die Unternehmen brauchen endlich Planungssicherheit. Die Reformen müssen kurzfristig strukturelle Erleichterungen bringen. Wir haben keine Zeit für einen weiteren Aufschub.“

Trotz der angespannten Lage nehme das Handwerk seine Verantwortung auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt wahr. „Im personalintensiven Handwerk sind die Beschäftigten die wichtigste Ressource der Unternehmen. Bevor Personal abgebaut wird, spart man lieber an anderer Stelle“, sagte Uwe Lange, Präsident der Handwerkskammer Schwerin.

Lage am Ausbildungsmarkt bleibt stabil

Das zeige auch die stabile Lage am Ausbildungsmarkt. Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge sei sogar erneut um 4,4 Prozent angestiegen.

In Mecklenburg-Vorpommern bieten laut den Handwerkskammern rund 19.200 Betriebe ihre Produkte und Dienstleistungen an. In diesem Wirtschaftsbereich sind landesweit rund 112.000 Beschäftigte tätig. Fast 6.000 Jugendliche werden ausgebildet. An der jüngsten Umfrage beteiligten sich 870 Betriebe.

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