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Hamburg will Anliegen junger Menschen ernst nehmen

Nach den Krawallen vom Wochenende ist eine Diskussion darüber entbrannt, welche politischen Schlüsse daraus zu ziehen sind. Ministerin Hamburg lenkt den Blick auf die Forderungen der jungen Leute.

Von dpa

02.11.2026

Ministerin Hamburg unterstützt Anliegen junger Leute.Focke Strangmann/dpa

Ministerin Hamburg unterstützt Anliegen junger Leute.Focke Strangmann/dpa

© Focke Strangmann/dpa

Auch vor dem Hintergrund der Krawalle in mehreren Städten am Wochenende plädiert Kultusministerin Julia Willie Hamburg dafür, die Sorgen der jungen Menschen ernst zu nehmen. Zehntausende junge Menschen seien in den vergangenen Tagen friedlich auf die Straße gegangen und hätten gute Bildung, faire Chancen, gesellschaftliche Teilhabe und eine verlässliche Perspektive für die Zukunft gefordert. „Diese jungen Menschen haben ein Recht darauf, dass die Politik ihnen zuhört“, sagte die Grünen-Politikerin. 

Es irritiere sie, wie schnell die Debatte von den Anliegen einer ganzen Generation auf die Herkunft einzelner Straftäter gelenkt werde. „Die entscheidende politische Frage lautet doch nicht, aus welchem vermeintlichen Milieu einige Gewalttäter stammen. Die entscheidende Frage lautet, warum so viele junge Menschen den Eindruck haben, dass ihre Sorgen bei Zukunftsthemen zu oft hinten anstehen“, sagte Hamburg. 

Klar sei auch, dass Gewalt keinen Platz habe und Gewalttäter konsequent zur Verantwortung gezogen werden müssen. „Aber verantwortlich sind die Täterinnen und Täter selbst. Wer daraus Rückschlüsse auf ganze Bevölkerungsgruppen zieht, schafft keine Lösungen, sondern neue Gräben“, sagte die Ministerin laut Mitteilung. Die eigentliche Lehre aus diesen Protesten sei deshalb nicht mehr Misstrauen gegenüber einer Generation. Die eigentliche Lehre sei, ihr endlich zuzuhören. 

Am Wochenende hatten zehntausende junge Menschen zumeist friedlich demonstriert. Anschließend kam es aber zu teils schweren Krawallen. In Frankfurt flogen Steine und Brandflaschen, Randalierer zerstörten Schaufenster, es gab Plünderungen. Mehr als 100 Polizisten wurden verletzt. Auch in Köln, Hamburg und Berlin gab es nach überwiegend friedlichen Demonstrationen tausender junger Menschen Ausschreitungen und Zusammenstöße mit der Polizei. 

Dobrindt eckt mit Formulierung an

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte nach den Ausschreitungen gesagt: „Es gab friedliche Demonstrationen, die dann Richtung Abend gekapert worden sind von gewaltbereiten linken Gruppen und migrantischen Chaoten.“ Grüne und Linke werfen Dobrindt und anderen Unionspolitikern vor, sie werteten Menschen mit Migrationsgeschichte pauschal ab, um von ungelösten Problemen abzulenken.

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