dpa

Häusliche Gewalt – Angeklagter gesteht teilweise

Eine vierfache Mutter trennt sich von ihrem Ehemann. Er vermutet einen anderen Mann in ihrem Leben und versteckt Kameras in ihrer Wohnung. Dann kommt es laut Anklage zu gewalttätigen Übergriffen.

Von dpa

23.03.2026

Ein 46-Jähriger, der seine getrennt lebende Ehefrau über Wochen hinweg mit versteckten Kameras gefilmt und die vierfache Mutter bei Treffen attackiert haben soll, steht vor Gericht. (Symbolfoto)Monika Skolimowska/dpa

Ein 46-Jähriger, der seine getrennt lebende Ehefrau über Wochen hinweg mit versteckten Kameras gefilmt und die vierfache Mutter bei Treffen attackiert haben soll, steht vor Gericht. (Symbolfoto)Monika Skolimowska/dpa

© Monika Skolimowska/dpa

Weil er seine getrennt lebende Ehefrau heimlich gefilmt und in ihrer Wohnung misshandelt haben soll, steht ein 46-Jähriger vor dem Berliner Landgericht. Zudem soll er seine damals 17-jährige Tochter entführt und eingesperrt haben, um sie „als Druckmittel“ gegen seine Frau einzusetzen. Zu Prozessbeginn gestand der Mann teilweise. 

Die Anklage lautet auf Körperverletzung, Vergewaltigung, Geiselnahme sowie Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen. 

Der 46-Jährige gestand, im August 2025 mehrere Handys in der Wohnung der Frau und der vier gemeinsamen Töchter in Berlin-Hohenschönhausen versteckt und Aufnahmen live verfolgt zu haben. Er habe einen anderen Mann in ihrem Leben vermutet - „ich hatte Angst, dass sie mich verlässt“, hieß es in einer Erklärung, die ein Verteidiger verlas.

Angeklagter: „Fassung verloren“

Seine Frau habe sich vor etwa zwei Jahren getrennt, so der in Syrien geborene Angeklagte. Damals sei seine „Jobsituation prekär“ gewesen. Es habe viel Streit gegeben - „ich war gereizt“. Die Trennung habe ihm zunächst gutgetan. Doch er sei davon ausgegangen, dass sie ihn „zurücknehmen“ würde. Als sie ihn bei einem Treffen am 4. Oktober vorigen Jahres in ihrer Wohnung zurückwies, habe er die „Fassung verloren“.

Er habe der Frau eine Ohrfeige versetzt, „wie von Sinnen das Schlafzimmer durchwühlt“, dann ihr Mobiltelefon und die seiner Kinder an sich genommen. Seine damals 17-jährige Tochter habe er befragt und mit einem Gürtel bedroht - „ich hätte ihr aber nie etwas angetan“. Mit der Jugendlichen im Auto sei er schließlich zu der Wohnung eines Bekannten in Berlin-Mitte gefahren. Es sei ihm lediglich darum gegangen, ein Treffen mit seiner Frau zu erlangen.

Laut Anklage soll der Mann unter anderem damit gedroht haben, dass er sich mit der zweitältesten Tochter ins Ausland absetzen werde, wenn seine Ehefrau sich nicht mit ihm treffe. Die Frau hatte allerdings die Polizei eingeschaltet. Am frühen Morgen des 5. Oktober wurde der Mann festgenommen. Er befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind bislang vier weitere Tage bis zum 16. April terminiert.

Karte